Wie unterscheiden sich deutsche Spätburgunder aus Ahr, Baden oder Pfalz im Vergleich zu Burgund in Sachen Lagerfähigkeit und Stilistik?
Spätburgunder (Pinot Noir) aus der Ahr, aus Baden oder aus der Pfalz zeigt oft eine stärker fruchtbetonte, manchmal dichter strukturierte Stilistik als viele Lagen in der Côte d'Or. In der Ahr, vertreten etwa durch Produzenten wie Meyer-Näkel, entstehen häufig eleganter gereifte, säurebetonte Weine mit feiner Kirschnote. In Baden, etwa bei Weingut Bernhard Huber, sind die Weine tendenziell kraftvoller mit reifer Frucht und guter Tanninstruktur. Burgundische Erzeuger wie Domaine de la Romanée-Conti (DRC) oder Domaine Dujac legen dagegen oft noch mehr Fokus auf subtile Terroirnuancen, filigrane Textur und ein anderes Reifepotential. Entscheidend für die Lagerfähigkeit sind Jahrgang, Lageklassifikation (bei deutschen VDP-Betrieben spricht man z.B. von Erste Lage oder Großes Gewächs) und die Qualität des Herstellers; Weingüter mit hohem Qualitätsanspruch reifen Pinot Noir oft besser über Jahrzehnte.

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