Wie unterscheiden sich Weißweine aus den Jahrgängen 1961, 1963 und 1986 hinsichtlich Reife und Geschmack?
Jahrgangsunterschiede bei alten Weißweinen sind groß und hängen stark von Herkunft und Produktion ab. Ein Mosel-Riesling aus den frühen 1960er Jahren kann noch präzise petrolige Noten, reife Zitrus- und Honigaromen zeigen, während ein großer Burgunder (z. B. aus Meursault oder von Domaine Leflaive) in den 1960er und 1986er Jahrgängen unterschiedlich gereift sein kann: 1961/1963 eher oxidativ gereifter, nussiger Charakter, 1986 oft noch etwas fruchtbetonter und mit gutem Reifepotenzial. Süßweine wie Château d'Yquem (Sauternes) behalten oft lange Fruchtsüße und Säurebalance und altern anders als trockene Weiße. Entscheidend sind Weinbergslage, Ausbaumethode und Flaschenlagerung – Namen wie Weingut Keller, Joh. Jos. Prüm oder Domaine Leflaive signalisieren oft hohe Reife- und Bewertungsstufen, beeinflussen aber nur im Zusammenspiel mit Zustand der Flasche den Genuss.