Was zeichnet eine Mosel Spätlese aus und wie unterscheiden sich die Jahrgänge 1997 und 2023?
Spätlese ist eine Prädikatsstufe im deutschen Weinrecht für Trauben, die später als bei Kabinett gelesen wurden und dadurch mehr Reife und natürliches Restzuckervermögen aufweisen. An der Mosel prägt die Kombination aus steilen Schieferlagen, kühlem Klima und hoher Säure die Spätlese: elegante Frucht, feine Mineralität und oft ein ausgeprägtes Süße-Säure-Spiel. Ein reifer Jahrgang wie 1997 zeigt bei gut erhaltenen Flaschen tertiäre Aromen (Honig, Kräuter, Petrolnoten) und eine weichere Süße, während 2023 als junges Jahr typischerweise frischere Primäraromen (Zitrus, Pfirsich, Akazienhonig) und höhere Säurestruktur präsentiert. Entscheidend sind Produzent, Hanglage und die Lesemethode – diese Faktoren bestimmen, wie lange eine Spätlese reifen kann und wie sich Aromen zwischen zwei so unterschiedlichen Jahrgängen darstellen.
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