Was zeichnet eine 1979er Spätlese sensorisch und lagerungstechnisch aus?
Eine 1979er Spätlese hat nach mehr als vier Jahrzehnten oft ein ausgeprägtes tertiäres Aromenspektrum: Noten von Honig, getrockneten Aprikosen, Nüssen, Bienenwachs und leichtem Petrolton sind bei gereiften deutschen Spätlesen häufig. Die natürliche Säurestruktur älterer Spätlesen erhält die Frische und sorgt für Balance, selbst wenn Restsüße zurückgenommen erscheint. Lagerbedingung und Füllstand (Ullage) bestimmen maßgeblich Trinkbarkeit und Qualität; optimal gelagert zeigen solche Weine noch lebendige Säure und feine Reifearomen, schlecht gelagert können sie oxidativ oder flach wirken. Bei Weingut Eduard Diehl sowie vergleichbaren traditionellen Erzeugern aus der Nachkriegsära spielen Handarbeit in der Kellerführung und schonende Ausbauverfahren eine große Rolle für die Langlebigkeit.