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Jahrgang 2015
Appassimento bezeichnet die Trocknung der geernteten Trauben auf Strohmatten, Holzgestellen oder in speziellen Trockenräumen über mehrere Wochen bis Monate. Während dieser Zeit verliert die Beere Wasser, Zucker und Aromen konzentrieren sich, die Schalen verhärten und die Polyphenole werden intensiver. Das führt zu fokussierten Aromen nach getrockneten Kirschen, Feigen, Kirschkonfit und balsamischen Noten sowie zu kräftiger Struktur und oft höherem Alkohol nach der Fermentation. Appassimento ist das Herzstück für Amarone‑Stilistik und unterscheidet ihn deutlich von Valpolicella Classico oder Ripasso.
Amarone basiert typischerweise auf den autochthonen Rebsorten Corvina, Rondinella und Molinara, gelegentlich ergänzt durch Ergänzungsreben. Entscheidendes Kennzeichen ist das Appassimento: die Trauben werden nach der Lese mehrere Wochen bis Monate trocken gelegt (auf Strohmatten oder in Trockenräumen), wodurch Zucker, Aromen und Extrakt konzentriert werden. Nach der Gärung erfolgt oft ein längerer Ausbau im Holz, der bei Produzenten wie Masi, Zenato oder Bertani unterschiedlich stark ausgeprägt ist und Stil sowie Lagerfähigkeit prägt.
Wichtige Abkuerzungen: OHK steht fuer Original-Holzkiste, OC bedeutet Original Case und OWC Original Wooden Case — Begriffe, die bei Verpackung und Provenienz relevant sind. DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita) ist die hoechste italienische Herkunftsbezeichnung, die auch fuer Amarone della Valpolicecella gilt. VDP bezeichnet den Verband Deutscher Prädikatsweingüter (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) und ist eine deutsche Klassifikation; DRC steht für Domaine de la Romanee-Conti, ein ikonisches Burgunderhaus. Beim Handel und bei Auktionen helfen diese Begriffe, Zustand, Herkunft und Klassifikation besser einzuschaetzen.
Der Jahrgang 2015 in Venetien gilt insgesamt als warm und reif, mit guten Bedingungen für die Phenolreife der Hauptrebsorten der Valpolicella. Das Resultat sind oft kraftvolle, dichte Amarone mit reifen Tanninen, konzentrierter Frucht und guter Extraktstruktur. Für Weine von anerkannten Erzeugern wie Tommasi, Masi, Allegrini oder Quintarelli bedeutet ein warmer Jahrgang wie 2015 in der Regel ein gutes Alterungspotenzial, vorausgesetzt, der Wein wurde sorgfältig vinifiziert und aus hochwertigen Partien produziert.
Die klassischen Rebsorten für Amarone sind Corvina (oft das Rückgrat des Verschnitts), Corvinone (für zusätzliches Karmel- und Fruchtpotenzial), Rondinella und gelegentlich Molinara. Corvina/Corvinone liefern Säure, kirschige bis getrocknet-fruchtige Aromen und feine Tannine, Rondinella bringt Farbe und Ausgewogenheit. Der genaue Verschnitt variiert je nach Weingut – renommierte Häuser wie Quintarelli und Dal Forno Romano setzen stark auf Corvina/Corvinone für Tiefe und Struktur.
Beim Kauf auf dem Sekundärmarkt sind Herkunft und Lagergeschichte entscheidend: komplette Provenienz, durchgehend gute Lagerbedingungen und Originalverpackung erhöhen Wert und Trinkqualität. Füllstand (Ullage) ist ein zentrales Kriterium: Begriffe wie HF (High Fill), IN (Into Neck), TS (Top Shoulder), MS/LS (Mid/Low Shoulder) beschreiben den Pegelstand – IN/TS gelten bei 10 Jahre alten Flaschen als sehr gut bis akzeptabel, MS/LS sind risikoreich. Achten Sie auf unbeschädigte Etiketten, intakte Kapsel und originalen Holzkasten (falls vorhanden). Für Investmentrelevanz sind Produzenten‑Ruf und Kritikerbewertungen ausschlaggebend: Namen wie Quintarelli, Dal Forno Romano oder Top‑Abfüllungen von Allegrini und Masi erzielen höhere Wertstabilität; Referenzen aus Robert Parker/Wine Advocate, James Suckling oder Vinous erhöhen die Marktgängigkeit. Beachten Sie, dass Amarone generell weniger liquide als klassische Bordeaux oder Burgunder ist.
Amarone profitiert von konstanter Lagerung bei etwa 12–14 °C, 60–70 % relativer Luftfeuchte und lichtgeschuetzter Umgebung. Bei Flaschen mit guter Herkunft empfiehlt sich horizontale Lagerung und Vermeidung von Temperaturschwankungen. Zum Trinken ist Dekantieren für 2015er-Amarone häufig sinnvoll: 60–120 Minuten vor dem Servieren luftzutreten erlaubt dem Wein, Aromen zu öffnen und Tannine zu integrieren; sehr junge, dichte Vertreter vertragen längere Dekantierzeiten. Serviertemperatur ideal bei 16–18 °C.
OHK steht für Original‑Holzkiste (englisch OWC: Original Wooden Case oder OC: Original Case). Das Vorhandensein einer OHK kann den Sammlerwert erhöhen, weil sie oft Aufschluss über die Originallieferung und schonende Lagerung gibt. Eine intakte Holzkiste schützt vor Licht und Temperaturschwankungen und ist bei Auktionen oder Weiterverkauf ein Pluspunkt. Prüfen sollte man Holzkastenaufdrucke, Siegel und den Zustand der Box: Feuchte‑ oder Wurmschäden mindern Vertrauen in die Lagerhistorie.
Amarone della Valpolicella ist ein hochkonzentrierter, trockener Rotwein aus Venetien, der durch das Appassimento-Verfahren entsteht: Die Trauben (vorwiegend Corvina/Corvinone, Rondinella und oft Molinara) werden nach der Lese mehrere Wochen bis Monate getrocknet, bevor sie vergoren werden. Technisch gehört Amarone zur DOCG-Kategorie (Denominazione di Origine Controllata e Garantita) und zeichnet sich durch hohe Extrakt- und Alkoholgehalte, reife Tannine sowie Aromen von getrockneten Früchten, Bitterschokolade, Gewürzen und balsamischen Noten aus. Spitzenproduzenten wie Quintarelli, Dal Forno Romano, Masi und Allegrini nutzen oft grosse Holzfässer oder Barriques für die Reifung, was Struktur und Lagerfähigkeit fördert.
Der Jahrgang 2015 in Venetien gilt allgemein als sehr gut bis ausgezeichnet mit reifen, gesunden Trauben und ausgewogenen Säure-Alkohol-Verhältnissen. Für Amarone della Valpolicecella ergeben solche Bedingungen konzentrierte Extrakte und solide Tanninstrukturen, die ein langes Reifepotenzial beguenstigen. Top-Produzenten wie Quintarelli, Dal Forno Romano, Masi oder Allegrini erzeugten in starken Jahrgängen oft langlebige Reserve-Weine, die problemlos 10–30 Jahre und länger reifen können, je nach Ausbau und Lagerbedingungen.
Amarone della Valpolicecella ist ein kraftvoller Rotwein aus der Region Valpolicecella in Venetien, hergestellt nach der traditionellen Appassimento-Methode aus getrockneten Trauben. Im Unterschied zu leichteren Valpolicella-Varianten wie Valpolicella Classico oder Ripasso ist Amarone voller Körper, höherer Alkoholgehalt und intensivere Aromen von dunklen Kirschen, Trockenpflaumen, Gewürzen und Lakritz. Viele renommierte Erzeuger der Zone — etwa Masi, Giuseppe Quintarelli, Dal Forno Romano, Allegrini, Zenato und Bertani — interpretieren Amarone unterschiedlich in Struktur und Reifepotenzial.
DOCG steht für Denominazione di Origine Controllata e Garantita und ist die höchste italienische Herkunfts‑ und Qualitätsstufe. Für Amarone della Valpolicella DOCG regeln die Vorschriften unter anderem das geografische Produktionsgebiet, Mindestalkoholwerte, Mindesturalterung und die Zulassung des Appassimento‑Verfahrens sowie Kontrollen zur Echtheit. DOCG garantiert damit eine definierte Herkunftsqualität, wobei einzelne Erzeuger wie Masi, Tommasi oder Allegrini zusätzlich eigene Qualitätsmaßstäbe anwenden.
Ullage beschreibt den Füllstand einer Flasche und ist ein Indikator fuers Alterungs- und Lagerverhalten. Bei Flaschen aus 2015 sind Füllstände im Bereich HF (High Fill) bis IN (Into Neck) ideal und deuten auf schonende Lagerung hin. TS (Top Shoulder) kann bei Flaschen ab etwa 15–20 Jahren auftreten; bei deutlich niedrigeren Ständen wie MS/LS (Mid/Low Shoulder) steigt das Oxidationsrisiko. Beim Kauf oder bei der Bewertung immer Foto oder persönliche Begutachtung des Halsbereichs verlangen.
Amarone kann als Sammlerobjekt attraktiv sein, insbesondere von herausragenden Erzeugern und exzellenten Jahrgaengen; 2015 bietet oft gutes Reifepotenzial. Marktstarke Namen wie Giuseppe Quintarelli, Dal Forno Romano, Masi (insbesondere Alceste/Costasera-Linien), Allegrini, Zenato und Bertani erzielen ueberdurchschnittliche Nachfrage. Entscheidend sind originaler Zustand der Flasche, dokumentierte Provenienz, Füllstand (Ullage) und OWC/OHK-Zustand; bei echten Investment-Absichten langfristige, konstante Kellertemperatur und professionelle Lagerung unabdingbar.
Für langfristige Lagerung gilt: konstante Kellertemperatur von etwa 12 ±2 °C, relative Luftfeuchte um 65–75 %, keine Licht- und Temperaturschwankungen und liegende Flaschenlagerung. Ein gut gemachter Amarone 2015 hat je nach Produzent ein Lagerpotenzial von 10–25 Jahren. Vor dem Genuss empfiehlt sich Dekantieren, bei jüngeren, kräftigen Exemplaren 60–120 Minuten, bei gereifteren Flaschen kann schon 30–60 Minuten ausreichend oder sogar Vorsicht beim zu langem Sauerstoffkontakt angebracht sein. Serviertemperatur 16–18 °C, größere Weingläser, und gegebenenfalls ein großes Dekantiergefäß für Sedimententfernung.
Ein gereifter Amarone 2015 passt hervorragend zu kraftvollen Speisen: geschmorte Rinderbacken, Wildgerichte, reifer Hartkaese wie Parmigiano-Reggiano oder intensiven Schmorgerichten mit dunklen Saucen. Die Kombination aus konzentriertem Fruchtcharakter, geschmeidigen Tanninen und Süße-Noten macht ihn auch zu einer spannenden Begleitung zu edelsuessen Schokoladendesserts. Trinkreife-Fenster hängen vom Erzeuger und Ausbau ab, hochwertige Vertreter sind oft 10–30 Jahre trinkreif; viele Weine entwickeln in diesem Zeitraum sekundäre Aromen von Tabak, Leder und Bitterschokolade.
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