Wie erkennen Fachleute ein (an-)gereiftes Bordeaux im Glas und worin unterscheiden sich 2016er und 2020er Jahrgänge sensorisch?
Ein (an-)gereifter Bordeaux zeigt oft ein komplexes Bouquet aus reifen dunklen Früchten, tertiären Noten wie Leder, Tabak oder Waldboden sowie weicher gewordene, integrierte Tannine. Die Säure sollte noch Frische bringen. Das Jahr 2016 gilt in Bordeaux als außergewöhnlich reif und strukturstark, mit klarer Säureunterstützung und großem Alterungspotenzial; 2016er-Weine neigen zu dichter Frucht und langen, festen Tanninen. 2020er-Jahrgänge sind in vielen Appellationen etwas wärmer und fruchtintensiver geraten, mit zugänglicherer Jugend, aber auch gutem Reifepotenzial je nach Terroir und Ausbau. Bei konkreten Châteaux wie Château Ferrière erwarten Kenner Margaux-typische Eleganz, während bei Einzelflaschen wie einem Château Ad Francos Ad Aeternam 2016 die genaue Stilistik vom Lagen- und Kellerstil abhängt.

Weitere Fragen zu diesem Thema: