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Für die Lagerung sind konstant kühle Temperaturen (idealerweise 8–12 °C), Dunkelheit und moderate Luftfeuchte empfehlenswert. Süßweine mit hoher Säure wie Eiswein können mehrere Jahrzehnte reifen; bei einem Jahrgang 1999 sollte vor dem Öffnen auf Füllstand und Korkzustand geachtet werden. Serviertemperatur: 6–8 °C; ein kleines Riesling‑ oder Weißweinglas betont Aromatik und Frische. Bei sehr alten Flaschen ist vorsichtiges Dekantieren nur selten nötig — meist reicht eine ruhige Karaffierung, um Sedimente zu schonen.
Das Weingut Klaus‑Peter Keller arbeitet in Rheinhessen, einer der großen deutschen Anbaugebiete mit kontinentalem Klima. Für Eiswein sind kalte Winter und späte Traubenreife entscheidend: Rheinhessens Lagen mit guten Abstrahlungs- und Reifebedingungen erlauben oft lange Hängezeit, was die Aromendichte und die Häufigkeit von Eiswein‑Ernten begünstigt. Bodenstrukturen sowie Hanglagen beeinflussen zusätzlich Mineralität und Mosaik von Aromen, die sich in konzentrierten Süßweinen wie Eiswein sehr deutlich zeigen.
Eisweine können als Sammlerobjekte interessant sein: limitierte Produktionsmengen, gute Lagerfähigkeit und hohe Nachfrage bei ausgesuchten Jahrgängen steigern den Sekundärmarktwert. Der Name des Winzers spielt eine große Rolle: renommierte Erzeuger erhöhen die Attraktivität. Entscheidende Faktoren für die Werthaltung sind Lagerbedingungen, Originalverpackung (z. B. OHK = Original‑Holzkiste, OWC = Original Wooden Case / Original Case) sowie Bewertungen von Kritikern (RP/WA, JS, VN etc.). Für ein verantwortungsvolles Investment empfiehlt sich Dokumentation der Provenienz und professionelle Lagerung.
Rieslaner ist eine gezüchtete Rebsorte, entstanden als Kreuzung zwischen Riesling und Silvaner. Charakteristisch sind feine Fruchtnoten, sehr gute Säurestruktur und ein hohes Aromapotenzial — Eigenschaften, die sie für edelsüße Ausbaustile wie Eiswein prädestinieren. In Eiswein wird aus Rieslaner oft eine klare, duftige Süße mit lebendiger Frische und einer auffälligen Fruchtausprägung erzielt, die lange lagerfähig bleibt.
Ullage ist ein zentraler Qualitätsindikator bei gereiften Weinen: HF (High Fill) oder IN (Into Neck) gelten als sehr gut, TS (Top Shoulder) akzeptabel bei Weinen älter als 15–20 Jahre, VHS/MS/LS (Very High Shoulder / Mid Shoulder / Low Shoulder) deuten auf zunehmende Oxidation oder Korkprobleme hin. Auch Etiketten, Capsule und Korkzustand geben Hinweise auf Lagerung und Provenienz. Bei Kauf oder Sammlung sollte man Fotos der Etikette, Kapsel und des Füllstandes verlangen und idealerweise die Provenienz dokumentieren.
Eiswein entsteht aus Trauben, die natürlich am Stock gefroren sind und bei gefrorenem Zustand sofort gepresst werden. Durch das Pressen gefrorener Beeren wird Wasser in Form von Eis zurückgehalten, während stark konzentrierter Most mit Zucker, Säure und Aromen gewonnen wird. Die Praxis erfordert sehr niedrige Temperaturen — typischerweise deutlich unter dem Gefrierpunkt, oft um −7 °C oder kälter — und rasche Lese sowie schonende Verarbeitung, damit Qualität und Reinheit der Süße erhalten bleiben.
Ein Eiswein aus der Rebsorte Rieslaner vereint aromatische Finesse und ausgeprägte Säure mit konzentrierter Restsüße. Winzer Klaus‑Peter Keller (KPK) aus Rheinhessen ist für sorgsame Laub‑ und Traubenpflege bekannt; bei einem 1999er Eiswein sind die typischen Merkmale nun stark gereift: intensive Honignoten, getrocknete Zitrus‑ und Steinfruchtanklänge sowie tertiäre Noten wie Nuss und Karamell. Die Konzentration stammt aus dem Auspressen gefrorener Trauben, wodurch Zucker, Säure und Aromen sehr kompakt bleiben. Solche Jahrgänge zeigen bei guter Lagerung zugleich Frische durch die hohe natürliche Säure.
Bei der Verkostung sollte man in kleinen Schlucken arbeiten, um die Balance zwischen Fruchtsüße und Säure zu erleben; Duftnoten entwickeln sich mit der Temperatur, daher langsam an die ideale Serviertemperatur herantasten. Typische Speisenkombinationen: gereifter Eiswein passt hervorragend zu Blauschimmelkäse, Foie gras, Gebäck mit Nüssen oder zu fruchtigen Desserts; auch zu scharf‑süß asiatischen Gerichten kann ein Eiswein spannende Kontraste bieten. Ein schlankes, großes Weißweinglas oder ein klassisches Rieslingglas fördert die Aromendifferenzierung.
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