Wie entwickelt sich ein gereifter Amarone beziehungsweise Recioto über Jahrzehnte, zum Beispiel ein Jahrgang aus den 1980er Jahren?
Über drei bis vier Jahrzehnte entwickeln Amarone- und Recioto-Weine ausgeprägte tertiäre Aromen: fruchtige Noten (getrocknete Kirsche, Dörrpflaume, Feige) wandeln sich in Noten von Ledern, Tabak, Gewürzen, Balsamico und Waldboden. Farbstoffe verblassen zu ziegelroten Rändern, die Tannine werden geschliffen und die Säure reift integriert. Bei sehr alten Flaschen ist Sediment normal; die Trinkreife hängt von Erzeuger, Holzeinsatz und Lagerung ab. Ein Jahrgang aus den 1980er Jahren ist typischerweise weit entwicklungsfähig, zeigt jedoch je nach Lagerbedingungen stärkere Oxidationsnoten oder eine perfekt gereifte Komplexität.