125 €
1 x 0,375l
Die Nennung einer Einzellage wie Morstein signalisiert Standortbezogenheit und meist eine hohe Qualitätsabsicht: Einzellagenweine repräsentieren die spezifischen Boden- und Mikroklimabedingungen einer Parzelle. Bei Spitzenbetrieben führt die Ausweisung der Lage häufig zu präziser Handlese, selektiver Vinifikation und damit zu besonders charakterstarken, terroir-geprägten Weinen. Für Sammler und Kenner ist die Lageangabe ein wichtiges Qualitäts- und Herkunftsmerkmal.
Trockenbeerenauslese (TBA) ist eine Prädikatsstufe für edelsüße Weine, die aus einzeln selektierten, stark getrockneten und häufig von Botrytis cinerea befallenen Beeren gewonnen werden. Bei Riesling-TBA führen äußerst niedrige Erträge und konzentrierte Moste zu hoher Süße, intensiven Aromen von Honig, getrockneten Früchten und Gewürzen sowie außergewöhnlicher Lagerfähigkeit. Die natürliche Säurestruktur des Rieslings hält dabei die Süße im Gleichgewicht und sorgt für Frische über Jahrzehnte.
Bei einem älteren 2015er ist die Kontrolle der Füllhöhe (Ullage) zentral: ideal sind High Fill (HF) bis Into Neck (IN) Werte; Top Shoulder (TS) kann bei zehn Jahre alten Flaschen noch akzeptabel sein. Niedrigere Füllstände wie Mid Shoulder (MS) oder Low Shoulder (LS) erhöhen das Oxidationsrisiko. Zusätzlich sollten Etikett, Kapsel und Kork auf Beschädigungen oder Flüssigkeitsaustritt geprüft werden; Verfärbungen oder Feuchtigkeit am Hals können auf Lagerprobleme hindeuten.
Die Einzellage Morstein in Westhofen gehört zu den renommierten Lagen Rheinhessens und ist für ihre eindringlichen, fein gereiften Rieslinge bekannt. Weinberge mit der Bezeichnung Morstein liefern oft Weine mit klarer Frucht, ausgeprägter Mineralität und guter Struktur, weshalb Erzeuger die Lage gezielt für premiale Riesling- und Spezialitätenweine nutzen. Im Glas zeigt sich die Herkunft häufig in einer präzisen Kombination aus Fruchtsüße, steiniger Nuancierung und langer Persistenz.
Halbe Flaschen (0,375 l) lagert man am besten liegend in einem dunklen, vibrationsarmen Keller mit konstanter Temperatur von ca. 10–13°C und relativer Luftfeuchte um 60–75% zur Erhaltung des Korks. Für das Servieren empfiehlt sich eine Temperatur zwischen 6–10°C: Kühler für feinere, fruchtigere Töne, etwas wärmer für komplexere, gereifte Aromen. Dekantieren ist bei sehr gereiften TBAs mit Depot sinnvoll, ansonsten genuegt ein vorsichtiges Einschenken. Kleine Formate kuehlen schneller und entfalten Aromen intensiver pro Glas.
Ein 2015er Riesling Trockenbeerenauslese zeigt häufig dichte Honig-, Aprikosen- und Orangenzesten-Noten, ergänzt durch Botrytis-typische Nuss- und Gewürznuancen. Trotz intensiver Süße bleibt die Säure ausgeprägt, wodurch die Gesamtstruktur lebendig und schlank erscheint. Solche TBAs besitzen ein sehr langes Reifepotenzial; bei guter Lagerung entwickeln sich über Jahrzehnte komplexe tertiary-Noten, nach 10–30 Jahren können diese Weine noch an Ausdruck gewinnen.
Riesling-TBA ist ein vielseitiger Begleiter zu feinen Desserts wie getrockneten Fruchtkompositionen, Aprikosen- oder Marzipan-tönen, aber auch zu herzhaften Varianten: foie gras, gereifter Blauschimmelkäse (z. B. Roquefort) oder würzige asiatische Gerichte schaffen reizvolle Kontraste. Die ausgeprägte Säure des Rieslings gleicht die Süße aus und macht ihn ideal für Kombinationen, bei denen sowohl Süße als auch Struktur gefragt sind.
Trockenbeerenauslesen gelten als rare Spezialitäten mit begrenzter Produktionsmenge, was sie auf dem Sekundärmarkt interessant macht. Wichtige Kriterien für Wertentwicklung sind Produzentenname, Jahrgang, Herkunftslage (z. B. Morstein), Provenienz und Lagerhistorie. Auktionshäuser, Fachhändler und renommierte Händlernetzwerke sind übliche Handelswege. Für Investoren sind sichere Lagerung, vollständige Dokumentation und Authentizitaetsnachweise entscheidend, da TBAs mit guter Herkunft langfristig Preispotenzial besitzen können.
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