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Kabi ist die geläufige Kurzform für Kabinett. Kabinett bezeichnet eine Qualitätsstufe innerhalb des deutschen Systems Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (QbA). Kabinett-Weine sind traditionell leicht und filigran, oft mit moderatem Alkohol und feiner Restsüße, können aber auch trocken ausgebaut werden. Kabinett-Rieslinge großer Produzenten wie Dr. Loosen oder Joh. Jos. Prüm sind Paradebeispiele für diesen Stil: geprägt von Spannung, präziser Säure und einem eleganten Fruchtspiel. Zur Orientierung: der Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) nutzt eigene Lagenstufen wie Erste Lage oder Großes Gewächs zur Klassifizierung, dies ist ein separates System.
Zentrale Kriterien sind: das Weingut (Renommee, Handschrift), die Einzellage, die genaue Jahrgangsangabe und der Qualitätsanspruch (z. B. Kabinett innerhalb des QbA-Systems). Zieht man externe Bewertungen heran, sind Aussagen von renommierten Kritikern wie Robert Parker / Wine Advocate (RP / WA), James Suckling (JS), Jancis Robinson (JR) oder Vinous (Antonio Galloni, VN / AG) hilfreich, aber nie allein entscheidend. Besonders bei Kabinett zählen auch sensorische Beschreibungen zur Einschätzung von Säure und Restsüße. Dokumentation und lückenlose Provenienz sowie das Vorhandensein originaler Verpackungen erhöhen die Wertigkeit beim Handel.
Top-Kabinetts aus herausragenden Lagen und von etablierten Weingütern können sammlerischen Wert entwickeln, insbesondere wenn die Säurestruktur Lagerung ermöglicht und das Weingut historisch hohe Bewertungen erzielt hat. Faktoren, die den Wert steigern: berühmte Produzenten, dokumentierte Provenienz, limitierte Jahrgangsauflagen, Verkorkungszustand sowie Original-Holzkiste (Original-Holzkiste, OHK) oder Original Case/Original Wooden Case (OC / OWC). Dennoch gilt: Kabinett-Weine sind seltener das Hauptobjekt großer Spekulationen als Grosse Gewächse oder ikonische Burgunder (z. B. Domaine de la Romanée-Conti, DRC), sie überzeugen eher durch Genussreife und moderate langfristige Wertsteigerung.
Klassisch ist der Kabinett Riesling, der durch lebendige Säure, florale und zitrusbetonte Aromen sowie mineralische Noten besticht. Daneben kommen Kabinett-Ausprägungen von Weißburgunder (Pinot Blanc) oder Grauburgunder (Pinot Gris) vor, die tendenziell runder und weniger aromatisch-ätherisch sind. Sensorisch achten Fachleute auf die Balance von Restzucker und Säure, die Intensität der Primärfrucht, feine Kräuter- oder Petrolnoten beim Riesling sowie auf die Länge im Abgang – Indikatoren dafür, ob ein Kabinett unmittelbar Trinkfreude bietet oder Lagerpotenzial hat.
Jahrgangscharaktere wirken sich auf Reife, Säure und Aromatik aus. Ein wärmeres Jahr bringt in vielen Regionen reifere Frucht, was bei Kabinett-Stilen zu ausgeprägterer Frucht und niedrigerer wahrgenommener Säure führen kann; kühlere oder ausgeglichene Jahre liefern oft die klassische Kabinett-Spannung mit hoher Säure und schlanker Frucht. Die tatsächliche Wirkung hängt stark vom Weingut und der Parzelle ab: Spitzenbetriebe wie Weingut Dönnhoff, Egon Müller oder Joh. Jos. Prüm können durch Lagen- und Kellerarbeit die Struktur eines Kabinetts für lange Entwicklung optimieren. Generell gilt: Je besser die natürliche Säure einer Lage, desto größer die Lager- und Entwicklungsperspektive.
Kabinett-Riesling kommt am besten leicht gekühlt zur Geltung: 8–10 °C für halbtrockene bis feinherbe Varianten, bei süßeren Ausprägungen etwas kühler. Dekantieren ist in der Regel nicht nötig; Ausnahme sind sehr gereifte Flaschen mit Depot, die vorsichtig dekantiert werden sollten. Passt hervorragend zu würziger Küche (Thai, indisch), Sushi, gebratenem Fisch, Geflügel mit heller Sauce oder gereiftem, nicht zu kräftigem Käse. Ein schlankes Weißweinglas betont die Frische und Aromatik am besten.
Goldtröpfchen ist ein Lagenname, der in Deutschland für sehr unterschiedliche Parzellen stehen kann. Lagen mit diesem Namen zeichnen sich häufig durch gute Sonneneinstrahlung, steilere Hänge und mineralische Böden aus, Eigenschaften, die elegante und feinfruchtige Rieslinge begünstigen. Für die Einordnung der Qualität ist vor allem das konkrete Weingut und der Ausbau entscheidend: renommierte Produzenten wie Joh. Jos. Prüm, Dr. Loosen oder Weingut Dönnhoff haben in ihren Regionen exemplarisch gezeigt, wie Top-Lagenformate die Balance von Säure, Frucht und Terroir prägen.
Langfristige Lagerung erfordert konstante, kühle Temperaturen (idealerweise 10–12 °C), geringe Licht- und Vibrationsbelastung sowie moderate Luftfeuchte. Bei jungen Jahrgängen wie 2022 sind perfekte bis sehr gute Füllstände (HF = High Fill / idealer Füllstand, IN = Into Neck / sehr guter Füllstand) zu erwarten. Bei älteren Flaschen wird die Ullage wichtiger: TS (Top Shoulder), VHS (Very High Shoulder) oder MS/LS (Mid Shoulder / Low Shoulder) deuten auf mögliche Oxidationsrisiken hin. Achten Sie zudem auf intakte Kapsel, sauberen Korken und originalen Verschluss; eine Original-Holzkiste (Original-Holzkiste, OHK) oder Original Case/Original Wooden Case (OC / OWC) kann beim Handel den Provenienznachweis verbessern.
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