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Ein Chianti 1999 stammt aus der Toskana und basiert überwiegend auf der Rebsorte Sangiovese, oft ergänzt durch Canaiolo, Colorino oder Cabernet/ Merlot-Anteile bei einigen Produzenten. Typisch sind rote Kirsch- und Pflaumenaromen, im Laufe der Jahre treten sekundäre Noten wie Tabak, Leder, Gewürzkräuter und getrocknete Kräuter hinzu. Regionale Terroir-Unterschiede zwischen Chianti Classico, Rufina oder Colli Senesi beeinflussen Struktur und Säure; Spitzenweingüter wie Antinori, Fèlsina, Fontodi oder Castello di Ama zeigen bei guten Jahrgängen oft feine Tannine und lange Reifefähigkeit.
Die Original-Holzkiste, oft als OHK, OC oder OWC bezeichnet, erhöht bei Sammlerweinen oft die Attraktivität und kann den Marktwert steigern, besonders bei kompletten Kisten oder limitierten Abfüllungen. Für die Lagerung bietet eine stabile Holzkiste zusätzlichen Schutz vor Licht- und Temperaturschwankungen, sie ersetzt aber keine optimale Kellertemperatur und Luftfeuchte. Echtheitsnachweise, Unversehrtheit der Kiste und originaler Versandaufkleber können bei der Wertermittlung entscheidend sein.
Ein gereifter Chianti sollte leicht kühl (etwa 16–18 °C) serviert werden, kräftige Tannine profitieren von kurzem Dekantieren (30–60 Minuten), sehr alte oder fragilere Flaschen sollten vorsichtig dekantiert und auf Sedimente geachtet werden. Gerichtsempfehlungen: geschmorte Rindergerichte, Wild, gereifter Pecorino und Pilzgerichte ergänzen die erdigen Gewürz- und Lederaromen. Vor dem Einschenken empfiehlt sich ein Probierschluck, um Oxidations- oder Flaschenfehler auszuschließen.
Sangiovese ist die dominierende Sorte in Chianti und bestimmt Struktur, Säure und Tannin eines 1999er: typisch sind mittelkräftige bis robuste Säure, rote Fruchtnoten und ein würzig-erdiger Kern, der mit Reife in tertiäre Noten übergeht. Bekannte Produzenten wie Marchesi Antinori, Fèlsina, Fontodi und Castello di Ama haben Sangiovese-basierte Weine mit klarem Lagenprofil erzeugt; bei Flaschen aus solchen Häusern ist die Flaschenreife häufig komplexer und für Sammler interessanter.
Bei gereiften Chianti-Jahrgängen werden Weingüter mit langer Reputation bevorzugt: Marchesi Antinori (mit Lagen wie Badia a Passignano), Fèlsina (Rancia), Fontodi (Vigne di Flaccianello / Vigna del Sorbo), Castello di Ama sowie Ruffino und Marchesi Mazzei (Castello di Fonterutoli). Diese Erzeuger arbeiten oft mit strenger Selektions- und Ausbaudisziplin, ihre Riservas und Einzellagen zeigen über Jahrzehnte Reifepotenzial und sind auf dem Sammlermarkt höher bewertet.
Chianti ist eine historische Appellation in der Toskana, Chianti Classico bezeichnet das Kerngebiet zwischen Florenz und Siena mit eigenen Regeln und oft höherer Qualität. DOCG steht für Denominazione di Origine Controllata e Garantita und garantiert Herkunft und Mindestanforderungen; Flaschen mit DOCG tragen in der Regel ein staatliches Band auf dem Hals sowie bei Classico das Gallo Nero (Schwarzer Hahn) Siegel. Qualitätsstufen, Rebsortenanteile und Ausbauvorgaben unterscheiden sich zwischen den Unterzonen, weshalb die Etikette genau gelesen werden sollte.
Chianti Classico ist ein historisch abgegrenztes Kerngebiet der Toskana zwischen Florenz und Siena mit strengeren Ausbau- und Etikettierungsregeln als die generische Chianti-DOC- oder DOCG-Kategorie. Produzenten wie Castello di Ama, Fontodi oder Castello di Brolio (Ricasoli) arbeiten oft mit hohem Sangiovese-Anteil und selektierten Lagen; das wirkt sich auf Alterungspotenzial und Preisstabilität aus. Für Sammler sind Herkunftsangaben (z. B. Classico vs. Chianti DOCG), Riserva-Kennzeichnungen und bekannte Erzeuger zentrale Werttreiber, weil sie Qualität und Lagerfähigkeit besser prognostizierbar machen.
Zur Verifikation empfiehlt sich eine Kombination aus Etiketten- und Kapselprüfung, Kontrolle des Füllstands, Analyse des Korkstempels und Vergleich mit historischen Fotos von Etiketten bekannter Produzenten. Dokumente wie Kaufbelege, Lagerbestätigungen, Auktionsprotokolle oder Lieferpapiere stärken die Provenienz. Bei Verdacht auf Fälschung helfen Experten mit Glaslabor-Analysen, Prüforganisationen oder Rücksprache mit dem Weingut selbst; renommierte Häuser wie Antinori oder Castello di Ama führen oft Archive, die Rückschlüsse zulassen.
Bei einem Wein aus 1999 sind Füllstände ein zentrales Beurteilungskriterium: HF (High Fill) und IN (Into Neck) gelten als sehr gute Zustände, TS (Top Shoulder) ist bei >20 Jahre alten Flaschen noch akzeptabel. VHS (Very High Shoulder), MS (Mid Shoulder) und LS (Low Shoulder) signalisieren zunehmendes Oxidationsrisiko. Bilder der Flasche vom Hals und Kork sind wichtig; Kontakt mit einem Restaurator oder Auktionsexperten kann helfen, den tatsächlichen Zustand zu bewerten.
Alte Flaschen vorsichtig öffnen: Kork langsam mit langem Korkenzieher herausziehen, Flasche vor Öffnen ruhig stehen lassen, um Sedimente zu schonen. Dekantieren ist oft ratsam — je nach Zustand 30–90 Minuten — oder behutsames Abgiessen gegen Sediment. Serviertemperatur 15–17 °C, geeignetes burgunderähnliches Glas, kurze Diagnose auf Geruch nach Öffnung für Oxidation oder Fehlnoten. Bei Unsicherheit kleine Probe anbieten, bevor man primär auf Aromen und Balance schließt.
OHK steht für Original-Holzkiste, OC für Original Case und OWC für Original Wooden Case. Originalverpackung erhöht Authentizität und oft den Verkaufspreis, weil sie Rückschlüsse auf unveränderte Provenienz und schonende Lagerung erlaubt. Bei Sammlern zählen vollständige Sets mit OHK/OWC besonders, vor allem wenn Kistenzustand und Lieferdokumente vorhanden sind.
Wichtige Faktoren: Produzent, Etikettierung (Classico, Riserva), Zustand der Flasche (Ullage, Etikett, Kork), dokumentierte Provenienz und Nachfrage nach dem Erzeuger. Kritikerbewertungen (z. B. Robert Parker / Wine Advocate, James Suckling, Vinous) können den Preis beeinflussen, ohne dass hier konkrete Scores genannt werden. Auktionen, spezialisierte Händler und Vergleichspreise vergleichbarer Losgrößen geben Marktindikatoren; seltene, gut erhaltene Flaschen renommierter Häuser erzielen tendenziell den höchsten Sammlerwert.
Ein gereifter Chianti 1999 zeigt oft tertiäre Aromen: getrocknete Kirsche, Unterholz, Leder, Tabak, balsamische Noten und erdige Nuancen. Fruchtige Primärnoten verblassen zugunsten komplexer Aromen von Pilz, Zedernholz und Trockenkräutern. Tannin und Säure können sich abrunden, bleiben aber in gut erhaltenen Flaschen spürbar. Das genaue Profil hängt stark vom Produzenten, der Fassbehandlung und der Flaschenreife ab.
Wichtige Prüfungen: lückenlose Provenienz (Lagerbedingungen, Händler oder Auktionsdokumente), sauberer Etikett- und Kapselzustand, intakter Kork und adäquater Füllstand. Historisch renommierte Häuser wie Marchesi Antinori, Fontodi oder Fèlsina haben oft stabilere Marktwerte, doch gilt: nur mit belegter Kühl- und Dunkellagerung steigt das Sammlerpotenzial. Foto-Dokumentation, Banderolen oder Lieferbelege erhöhen die Verwertbarkeit bei Weiterverkauf.
DOC (Denominazione di Origine Controllata) und DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita) sind italienische Herkunfts- und Qualitätsstufen; DOCG ist strenger reguliert und steht für kontrollierte, garantierte Herkunft. Für alte Chianti-Flaschen kann eine DOCG-Kennzeichnung, insbesondere aus dem Classico-Gebiet oder mit Riserva-Hinweis, positive Effekte auf Nachfrage und Preis haben, weil diese Etiketten häufig strengere Trauben- und Ausbaukriterien bedeuten.
Ein hochwertiger Chianti 1999 ist in der Regel in der mittleren bis fortgeschrittenen Reifephase; Spitzen-Riservas können auch 20–30+ Jahre Reifepotenzial gezeigt haben. Der weitere Lagerverlauf hängt maßgeblich von Produzent, Flaschenzustand, Füllstand und Lagerbedingungen ab. Für eine präzise Einschätzung sind Produzentennamen (z. B. Antinori, Fontodi, Fèlsina), Herkunftslage und optische Prüfung der Flasche entscheidend; konservative Lagerung bei konstanter Temperatur und rund 60–70% Luftfeuchte verlängert die Lebensdauer.
Der Füllstand ist ein Schlüsselkriterium bei alten Flaschen. Gängige Kategorien sind HF (High Fill, perfekter Füllstand), IN (Into Neck, sehr guter Füllstand), TS (Top Shoulder, akzeptabel für >15–20 Jahre), VHS (Very High Shoulder, erste Oxidationsanzeichen möglich), MS (Mid Shoulder) und LS (Low Shoulder) — MS/LS erhöhen das Risiko eines gealterten oder defekten Weins. Bei einer 1999er-Chianti sind HF/IN ideal; TS kann noch akzeptabel sein, VHS oder tiefer sollte genauer geprüft werden.
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