Was bedeutet „angereift“ bei Bordeaux-Weinen und wie beeinflusst das das Trinkfenster?
„Angereift“ beschreibt den Zustand, in dem ein Wein durch Flaschenreife bereits sekundäre und tertiäre Aromen (z. B. Leder, Tabak, getrocknete Früchte, Trüffelnoten) entwickelt hat. Bei gereiften Bordeaux-Rotweinen verschieben sich Gerbstoffe, die Tannine werden weicher und das Bouquet komplexer. Das ideale Trinkfenster hängt von Appellation, Rebsortenkomposition und Jahrgang ab: strukturierte Saint-Estèphe‑Weine können Jahrzehnte reifen, während merlotbetonte Côtes‑de‑Bordeaux‑Weine oft früher zugänglich sind. Entscheidend sind Lagerhistorie und aktueller Zustand (Ullage, Etikett, Kork), um das optimale Genussfenster abzuschätzen.