Woran erkennt man die Alterungsfähigkeit von Chardonnay, Pinot Noir und Riesling?
Alterungsfähigkeit hängt von Säurestruktur, Alkohol, Phenol-/Tanninstruktur und Restzuckergehalt ab. Spitzen-Chardonnay aus Burgund (z. B. Montrachet-Selektionen, Domaine Leflaive) mit festem Säuregerüst und feinem Holzeinsatz reifen 10–30+ Jahre; fassbetonte New-World-Chardonnays altern meist kürzer. Großer Burgunder (Pinot Noir) von Premier- bis Grand-Cru-Lagen (z. B. Domaine de la Romanée-Conti (DRC)) kann 10–40 Jahre erreichen, vorausgesetzt feine Tannine und präzise Säure. Riesling mit hoher Säure und/oder Restzucker (z. B. Weingut Keller, Egon Müller) ist besonders langlebig und kann 20–50+ Jahre reifen. Kritikerbewertungen (Robert Parker / Wine Advocate, James Suckling, Vinous) und Jahrgangsberichte helfen bei der Einschätzung, ersetzen aber nicht die Analyse von Säure, Extrakt und Lagerbedingungen.