6 €
Jahrgang 2017
Authentizität lässt sich über mehrere Aspekte prüfen: Zustand von Etikett und Kapsel, Flaschenform und -etikettierung im Vergleich zu bekannten Marken- und Jahrgangsbildern, Verschlussart (Kork vs. Schraubverschluss) und gegebenenfalls Herstellerarchive oder Rückverfolgbarkeit durch Händlerrechnungen. Original-Holzkisten (OHK/OWC/OC) und Lieferscheine sind wertvolle Nachweise. Bei Verdacht auf Fälschung helfen Experten, Laboranalysen oder Gutachten von anerkannten Prüfinstituten. Außerdem liefern kritikerbewertungen (z. B. Robert Parker / Wine Advocate, James Suckling, Vinous) Hinweise auf Reputation und Marktposition.
Typische Aromen reichen von frischen roten Beeren (Erdbeere, Sauerkirsche) und Himbeere über florale Noten bis zu erdigen und würzigen Nuancen mit zunehmendem Alter (Unterholz, Leder, Gewürz). Leichtere Ausbauten harmonieren mit Geflügel, Kalb, gebratenem Gemüse und mediterranen Speisen; kräftigere oder leicht barriquegeprägte Versionen passen zu Lamm, geschmortem Rind, Pilzgerichten und gereiftem Käse. Schwarzriesling ist zudem ein guter Match zu regionaler deutscher Küche wie Schmorbraten oder Bratwurst mit karamellisierten Zwiebeln.
Schwarzriesling ist die in Deutschland gebräuchliche Bezeichnung für Pinot Meunier, eine rote Burgunder-Rebsorte. Pinot Meunier trägt in Deutschland besonders in Württemberg, der Pfalz und Rheinhessen zur regionalen Rotwein-Palette bei und ist international ein Schlüsselelement vieler Champagner-Cuvées. Bekannte Champagnerhäuser wie Veuve Clicquot, Billecart-Salmon oder Taittinger nutzen Pinot Meunier für Fruchtigkeit und frühe Trinkbarkeit; deutsche Erzeuger aus Württemberg und der Pfalz bauen die Sorte als eigenständige Spezialität aus. Die Sorte zeichnet sich durch rote Beeren, florale Noten und eine angenehme Säurestruktur aus.
Generell ist Schwarzriesling (Pinot Meunier) selten ein klassisches Sammlerobjekt mit hoher Wertsteigerung, außer wenn er von renommierten Erzeugern oder als Besonderheit (Einzellage, limitierte Parzelle, Champagner-Rarität) stammt. Für Investmentrelevanz spielen Produzent, Jahrgangsqualität, Lagerhistorie und Provenienz die entscheidende Rolle. Auktionen (z. B. internationale Auktionshäuser), spezialisierte Händler und Online-Plattformen sind die üblichen Sekundärmarktkanäle; verlässliche Dokumentation (Lieferbelege, OHK/OWC, Kistenetiketten) erhöht die Veräußerbarkeit.
Schwarzriesling sollte bei 14–16 °C serviert werden; kräftigere Ausbauten profitieren von 15–16 °C, leichtere Varianten von 13–14 °C. Ein bauchiges Burgunderglas oder generell ein großes Rotweinglas für feinfruchtige Burgundersorten ist ideal. Jüngere, fruchtbetonte Exemplare benötigen meist kein Dekantieren, 20–40 Minuten Öffnung reichen; gereifte Flaschen können von einem kurzen Dekantieren (30–60 Minuten) profitieren, um dezente Sedimente zurückzuhalten. Bei sehr alten Flaschen empfiehlt sich vorsichtiges Eingießen und ggf. Auffangen von Depot.
Langfristige Lagerung erfordert konstante Temperaturen (11–14 °C), ca. 60–75 % Luftfeuchte, Dunkelheit und vibrationsfreie Umgebung. Flaschen liegend lagern, wenn Naturkorken vorhanden sind. Bei älteren Flaschen ist der Füllstand (Ullage) ein wichtiges Qualitätskriterium: HF (High Fill) oder IN (Into Neck) sind ideal, TS (Top Shoulder) noch akzeptabel bei Weinen älter als 15–20 Jahren. VHS, MS oder LS deuten auf erhöhtes Oxidationsrisiko hin. Original-Holzkiste (OHK/OWC/OC) kann einen positiven Einfluss auf Provenienznachweis und konservative Lagerung haben.
Ein Schwarzriesling aus dem Jahrgang 2017 präsentiert sich je nach Ausbau und Lage oft sehr zugänglich: reife rote Früchte (Erdbeere, Kirsche), weiche Tannine und eine moderate bis frische Säure. Nach rund acht Jahren können sich bereits tertiäre Aromen wie Unterholz, Leder und dezente Gewürznoten entwickeln, ohne dass die Fruchtsäure völlig verloren geht. Viel hängt vom Ertrag, der Reife bei der Lese und der Kellerbehandlung (Edelstahltank versus Barrique) ab.
Viele Schwarzrieslinge sind früh trinkbar und zeigen bereits nach 3–7 Jahren ihr Optimum, solide Beispiele mit gutem Ausbau und kühleren Lagen können aber 10–15 Jahre oder länger Reifequalität entwickeln. Champagner mit hohem Anteil an Pinot Meunier kann sogar mehrere Jahrzehnte harmonisch altern. Entscheidend sind Ertragsniveau, Holzbehandlung, Säurestruktur und Lagerbedingungen; regelmäßige Verkostungen geben die sicherste Orientierung für den idealen Trinkzeitpunkt.
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