Wie verkoste ich einen Wein ohne Informationen zu Rebsorte oder Herkunft sinnvoll?
Beginnen Sie mit systematischem Vorgehen: Betrachtung (Farbe, Intensität), Nase (Primär-, Sekundär- und Tertiäraromen), Gaumen (Säure, Tannin, Alkohol, Körper, Abgang) und Struktur. Notieren Sie Alterseindrücke (entwickelte Tertiäraromen wie Leder, Waldboden) und Hypothesen zur Rebsorte (z. B. Nebbiolo = kräftige Tannine, Sangiovese = Kirschnoten, Riesling = dominante Säure). Ergänzend helfen pH- und Restzucker-Schätzungen sowie Vergleichsverkostungen mit Proben bekannter Referenzweine. Kritikerbewertungen (RP, JS, VN) können zur Kalibrierung der eigenen Einschätzung herangezogen werden.