Wie kann sich ein 1977er Wein aus Rheinhessen sensorisch über vier Jahrzehnte entwickeln?
Ein gut gelagerter 1977er zeigt altersbedingte sekundäre und tertiäre Aromen: statt primärer Frucht dominieren nun Noten von getrocknetem Steinobst, Honig, Kräutern, Leder, Tabak und manchmal feinwürzige Untertöne. Farblich neigen Weißweine zu Gold- bis Bernsteinreflexen, Rotweine zu Ziegel‑ bis Braunrot. Gerbstoffe bauen sich ab, Säure strukturiert den Eindruck. Wichtig ist, dass der individuelle Zustand stark von Auslese, Füllstand und Lagerbedingungen abhängt—das Ergebnis kann von völlig intakt bis oxidativ beeinflusst reichen.