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OHK steht für Original-Holzkiste, OWC für Original Wooden Case und OC für Original Case. Diese Begriffe bezeichnen die originalen Transport- bzw. Lagerkisten eines Weinguts. Für Sammler sind sie wichtig, weil Originalkisten Herkunft und ununterbrochene Provenienz dokumentieren können, den Wiederverkaufswert erhöhen und beim schonenden Versand Schutz bieten. Besonders bei Premiumweinen beeinflusst das Vorhandensein der OHK den Marktpreis positiv.
Die ideale Lagerdauer variiert: Cabernet-dominierte Topweine aus großen Jahrgängen entwickeln oft ihr Potenzial über 10–30 Jahre oder länger; Premier Grand Crus wie Château Latour können 20–50 Jahre erreichen. Zweitabfüllungen oder zugänglichere Cuvées reifen in der Regel kürzer. Lagerbedingungen sollten kühl (10–14 °C), konstant, dunkel und leicht feucht sein. Vor dem Genuss empfiehlt sich Dekantieren je nach Alter: junge, tanninreiche Pauillacs 2–4 Stunden; gereifte Jahrgänge vorsichtig klären und nur kurz dekantieren, um Sedimente zu schonen.
Der Sekundärmarktwert hängt von Jahrgang, Produzent, Provenienz, Zustand der Flasche (inklusive Füllstand), Originalverpackung (OHK/OWC), Verkostungsnoten und Auktionshistorie ab. Bewertungen durch Kritiker wie Robert Parker (Wine Advocate), James Suckling oder Vinous beeinflussen Nachfrage und Preis. Auch die Verfügbarkeit am Markt und der Ruf des Jahrgangs (z. B. 2016 als starkes Jahr) spielen eine Rolle. Transparente Lagerhistorie und professionelle Lagerung erhöhen die Marktattraktivität deutlich.
Château Latour gehört zu den Premier Grand Cru Classé gemäß der Klassifikation von 1855 und zählt damit zu den sogenannten First Growths von Bordeaux. Das Weingut hat über Jahrhunderte eine außergewöhnliche Reputation aufgebaut, sowohl für den Grand Vin als auch für separate Abfüllungen. Die Klassifikation von 1855 bleibt ein zentraler Bezugspunkt für Qualität und Marktwert und erklärt auch die herausgehobene Stellung von Latour unter den Pauillac-Weinen.
Pauillac ist eine Appellation im Médoc auf der linken Gironde-Seite im Bordelais und gilt als eine der prestigeträchtigsten Weinbauregionen der Welt. Charakteristisch sind kies- und kieselhaltige Böden mit guter Drainage, die exzellente Reife von Cabernet Sauvignon begünstigen. Typische Aromen umfassen schwarze Johannisbeere, Zedernholz, Lakritz und mineralische Noten; die Weine zeichnen sich durch ausgeprägte Tanninstruktur, Konzentration und Langlebigkeit aus. Bedeutende Châteaux in Pauillac sind Château Latour, Château Lafite Rothschild und Château Mouton Rothschild, die Modellcharakter für die Region haben.
Der Füllstand ist ein zentrales Qualitätsmerkmal bei älteren Flaschen. Standardbegriffe: HF (High Fill) steht für perfekten Füllstand, IN (Into Neck) für sehr guten, TS (Top Shoulder) ist bei Weinen älter als 15–20 Jahren noch akzeptabel. VHS (Very High Shoulder) zeigt erste Oxidationsanzeichen, MS/LS (Mid/Low Shoulder) deuten auf erhöhtes Reifungsrisiko bis hin zu Fehlentwicklung hin. Bei Bordeaux-Raritäten sollte man HF oder IN bevorzugen; TS ist altersbedingt tolerierbar, VHS und schlechter erfordern genauere Prüfung.
Auf der linken Girondeseite dominieren in Pauillac überwiegend Cabernet Sauvignon, ergänzt durch Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot. Bei großen Erzeugern wie Château Latour ist die Assemblage in der Regel cabernetlastig, was für Struktur, Lagerfähigkeit und das prägnante Aromenspektrum sorgt. Merlot gibt rundere Frucht und Zugänglichkeit, während Petit Verdot und Cabernet Franc feine Würze und Komplexität hinzufügen können.
Der Jahrgang 2016 im Bordelais gilt als exzellent und gehört zu den besten Dekadenjahrgängen. In Pauillac führte warme, sonnige Reife zu sehr konzentrierten Trauben mit reifen Tanninen und präziser Säure. Ergebnis sind gut strukturierte, dichte Weine mit hohem Alterungspotenzial, klarer Fruchtausprägung und typischer Cabernet-Prägnanz. Kritiker und Auktionen zeigen für 2016 generell hohe Aufmerksamkeit, insbesondere für Spitzenweine der großen Châteaux.
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