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Gereifte Rivesaltes entwickeln häufig rancio‑Noten: Walnuss, Haselnuss, Trockenfrüchte (Feige, Dattel), kandierte Orange, Leder, Sherry‑ähnliche Nuancen und Gewürze. Durch die Süße und das Oxidationsspektrum harmoniert der Wein exzellent mit Foie gras, gereiftem Comté oder Roquefort, Nuss‑ und Mandelkuchen sowie dunkler Schokolade und Orangenkonfitüre. Auch als Digestif zu Vanille‑Desserts oder kräftigem Blauschimmelkäse ist er eine klassische Wahl.
Echtheit und Herkunft werden durch Kombination aus physischen Indikatoren und Dokumentation geprüft: konsistente Etiketten, original erhaltene Kapsel, altersgerechte Patina, adäquater Füllstand sowie Provenienznachweise (Kaufbelege, Auktionsprotokolle, Händlerstempel). Bei Unsicherheit sind Labortests, Expertenbefunde oder die Einschaltung renommierter Auktionshäuser (z. B. Sotheby's, Christie's) und spezialisierter Händler ratsam. Sensible Punkte sind Nachdrucke von Etiketten und moderne Fälschungen, daher ist eine fachkundige Begutachtung wichtig.
Auf dem Sekundärmarkt bestimmen drei Faktoren den Wert: Zustand (Füllstand, Kork, Etikett), Provenienz (durchgängig dokumentierte Lagerung, Händler‑ oder Auktionsaufkleber) und Seltenheit des Jahrgangs bzw. des Produzenten. Weinbewertungen, historische Reputation der Domaine und die Nachfrage bei Sammlern spielen ebenfalls eine Rolle. Da Rivesaltes weniger spekulativ gehandelt werden als Bordeaux oder Burgund, erzielen Spitzenflaschen vor allem bei Liebhabern und spezialisierten Auktionskäufern beste Preise.
Bekannte Erzeuger aus dem Roussillon, die immer wieder kräftige VDNs liefern, sind zum Beispiel Domaine Cazes, Mas Amiel und Domaine de la Rectorie; sie stehen stellvertretend für die traditionelle Handschrift der Region. Auf dem Etikett sind wichtig: die AOC‑Angabe (Rivesaltes), die Rebsortenmischung, Hinweise wie 'Hors d'Age' oder Farbbeschreibungen (ambré, tuilé, rancio) sowie Jahrgangsangaben. Provenienzaufkleber, Händlerstempel oder Auktionsnummern erhöhen die Nachvollziehbarkeit der Herkunft.
Rivesaltes haben durch den erhöhten Alkoholgehalt eine gute Stabilität nach dem Öffnen. In der Regel bleibt geöffneter Rivesaltes mehrere Wochen bis wenige Monate trinkbar, wenn die Flasche kühl (6–12 °C) und dunkel sowie gut verschlossen gelagert wird. Vakuumstopfen verlängern die Haltbarkeit, ebenso die Lagerung im Kühlschrank. Bei intensiverer Oxidation oder Wärme kann sich das Aromaprofil schneller verändern; daher empfiehlt sich regelmäßiges Verkosten.
Bei gereiften VDNs ist der Füllstand ein zentraler Indikator für Qualität. Ein hoher Füllstand (HF oder High Fill) oder 'Into Neck' (IN) ist ideal. 'Top Shoulder' (TS) ist bei über 20 Jahre alten Flaschen noch akzeptabel. Erste Anzeichen von Oxidation zeigen sich bei 'Very High Shoulder' (VHS); 'Mid Shoulder' (MS) und 'Low Shoulder' (LS) deuten auf erhöhtes Oxidationsrisiko hin. Darüber hinaus sollten Korkzustand, Etikett‑Beschädigungen, Rückstände am Innenrand und die Konsistenz der Kapsel geprüft werden. Fotos von Hals und Kapsel sind bei Bewertung sehr hilfreich.
Rivesaltes ist eine französische Appellation (AOC Rivesaltes) im Roussillon für vin doux naturel — teilvergorene Weine, die durch Mutage mit hochprozentigem Weindestillat gestoppt werden. Typische Rebsorten sind Grenache (noir, blanc, gris), Macabeu, Muscat und Malvoisie. Jahrgänge wie 1974 zeigen oft oxidative Reifung (rancio, tuilé oder ambré), da viele Exemplare traditionell in Holzfässern oder über Jahre in luftdurchlässigen Kellern gelagert wurden. Solche Weine entwickeln Noten von Nuss, getrockneten Früchten, Leder und komplexer Oxidation, die für gereifte VDNs typisch sind.
Dekantieren ist bei gereiften Rivesaltes optional: Bei intensiven Depotbildungen oder um flüchtige Gerüche zu mildern, empfiehlt sich sanftes Dekantieren vor dem Servieren. Kurzes Stehenlassen im Dekanter (30–60 Minuten) kann Tannine und komplexe Aromen harmonisieren; sehr fragile Exemplare profitieren von minimaler Belüftung. Die ideale Serviertemperatur liegt zwischen 12 und 14 °C für süße, gereifte Stile, etwas kühler (10–12 °C) bei sehr süßen Varianten. Ein tulpenförmiges Glas für aromatische Konzentration ist empfehlenswert.
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