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2019 Wittmann Aulerde Riesling GG
Die Einzellage Aulerde in Westhofen (Rheinhessen) gilt als eine der bekannten Lagen für hochklassigen Riesling. Weingüter wie Wittmann erzeugen hier oft präzise, terroirbetonte Rieslinge, die klassische Aromen und eine ausgeprägte Mineralität zeigen. Das Zusammenspiel von Lage, Rebsorte und schonender Kellerarbeit führt zu Weinen mit Konzentration und Lagerfähigkeit, wie man sie von Großen Gewächsen erwartet.
GG steht für Großes Gewächs (GG), eine Qualitätsstufe trockener Spitzenweine aus selektierten Einzellagen. Der Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) legt hierfür strenge Kriterien fest, etwa Begrenzungen der Erträge und Qualitätsanforderungen im Weinberg und Keller. Mitgliedsbetriebe wie Weingüter, die sich am VDP-System orientieren, kennzeichnen Spitzenlagen und möchten so Herkunft und Qualität transparent machen.
Ein trockener Riesling aus Aulerde zeigt typischerweise klare, präzise Fruchtnoten (Zitrus, grüner Apfel, weiße Pfirsich-Noten) kombiniert mit einer ausgeprägten mineralischen, oft salinischen Komponente. Bei Spitzenlagen kommen Tiefgang, konzentrierte Textur und ein spannungsreiches Säurespiel hinzu. Mit zunehmendem Alter entwickeln sich tertiäre Aromen wie Kerzenwachs, Kräuterrohstoffe und komplexe Honignoten.
Der Jahrgang 2019 in vielen deutschen Anbaugebieten war vergleichsweise warm und brachte reifere, konzentriertere Jahrgänge mit guter Extraktsubstanz. Für trockene Große Gewächse bedeutete das oft mehr Fruchtreife bei gleichzeitig erhaltener Säurebalance – ideale Voraussetzungen für Lagerfähigkeit. Solche 2019er-Rieslinge zeigen früh Trinkfreude, besitzen aber in der Regel auch Potenzial für Jahre bis Jahrzehnte der Reife.
Trockene Rieslinge aus Spitzenlagen (Großes Gewächs) können außergewöhnlich langlebig sein. Ein seriöser Rahmen für einen 2019er liegt bei mindestens 10 Jahren Reife, oft 15–25 Jahre oder länger, abhängig von Ausbau, Lagerbedingungen und persönlichem Geschmack. Frühzeitiges Trinken bietet saubere Fruchtausprägung; bei langer Lagerung entstehen komplexe tertiäre Noten. Dekantieren ist selten erforderlich, vielmehr sollte man die Flasche langsam öffnen und bei Bedarf etwas atmen lassen.
Beim Kauf sind Füllstand und Flaschenzustand entscheidend: HF (High Fill) und IN (Into Neck) sind ideale Füllstände. TS (Top Shoulder) kann bei älteren Flaschen akzeptabel sein; VHS (Very High Shoulder), MS (Mid Shoulder) oder LS (Low Shoulder) deuten auf erhöhtes Oxidationsrisiko hin. Zusätzlich sollten Etikett, Kapsel und Glas intakt sein; Patina kann normal sein, große Klebstoffspuren oder starke Verfärbungen geben Anlass zur Vorsicht. Informationen zur Lagerung und ein Foto der Flasche helfen, den Zustand zu bewerten.
Original-Holzkiste (OHK) oder Original Wooden Case (OWC) können den Wiederverkaufswert positiv beeinflussen, da sie auf sorgfältige Lagerung und vollständige Provenienz hinweisen. Nachweise über lückenlose Lagerhistorie, Rechnungen oder Händlerdokumente erhöhen Vertrauen bei Käufern. Für Investitionsaspekte sind Produzentenreputation, Zustand der Flasche, Jahrgangsqualität und vorhandene Originalverpackung zentrale Faktoren.
Beim Investment in Spitzenrieslinge zählen mehrere Parameter: renommierter Produzent, herausragende Lagen, guter Jahrgang, tadelloser Flaschenzustand, dokumentierte Lagerung und gegebenenfalls Bewertungen von anerkannten Kritikern (z. B. Vinous, Robert Parker/Wine Advocate, James Suckling). Marktliquidität ist wichtiger als reine Qualität – manche Spitzenrieslinge sind sehr gesucht, andere bleiben Nischenprodukte. Langfristige Lagerung, Versicherung und konservative Kalkulation sind empfehlenswert.
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