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Der Begriff "Stierblut" beschreibt historisch kräftige, tanninbetonte Rotweine mit dunkler Farbe und konzentrierter Frucht. Vergleichbar sind traditionelle Bull's-Blood-Stile wie das ungarische Egri Bikavér: oft Cuvées aus autochthonen und internationalen Rebsorten, die dichte Frucht, würzige Noten und robustes Gerüst verbinden. Bei der sensorischen Erwartung stehen Aromen von schwarzen Früchten, Leder, Tabak und Gewürzen im Vordergrund; gut strukturierte Beispiele haben ein langsames Reifungspotenzial und profitieren von längerer Flaschenlagerung.
Der Füllstand oder Ullage ist ein zentraler Indikator für die Lagergeschichte eines alten Weins. Gängige Kategorien sind: HF (High Fill) = sehr hoher Füllstand nahe dem Korken; IN (Into Neck) = in den Hals hinein; TS (Top Shoulder) = oberer Flaschenhals; MS (Mid Shoulder) = mittlere Flankenschatten; LS (Low Shoulder) = untere Schulter. Je niedriger der Füllstand (MS/LS), desto größer das Oxidationsrisiko. Beim Blick auf eine Flasche empfiehlt sich gute Beleuchtung, gegebenenfalls eine gekippte Betrachtung, um den Pegelstand gegenüber dem Flaschenhals klar zu beurteilen.
Langfristige Lagerung erfolgt dunkel, bei stabiler Temperatur um 10–14 °C und konstanter Luftfeuchte; diese Regeln gelten für Weingüter und Sammler wie Weingut Keller oder auch große Château-Betriebe. Vor dem Servieren empfiehlt sich langsames Temperieren auf 16–18 °C für reife Rotweine, vorsichtiges Aufrichten der Flasche 24 Stunden vorher, um Sediment zu setzen, und schonendes Dekantieren oder zwei Phasen Dekantierens (grobe Entfernung von Depot, dann feines Dekantieren). Bei sehr altem Wein ist eine kurze Luftung von 20–60 Minuten oft schonend; robuste Beispiele wie ein klassischer Bordelais profitieren länger von Luft.
Wichtige Aspekte sind lückenlose Provenienz (Lagernachweise, Auktionsprotokolle), geprüfter Zustand (Ullage, Etikett, Kork), Lagerungsgeschichte und Marktliquidität. Verkäufe über etablierte Auktionshäuser wie Sotheby's oder Christie's, spezialisierte Händler oder Plattformen bieten Sicherheit, gehen aber mit Gebühren einher. Kritikerbewertungen (Robert Parker / Wine Advocate, James Suckling, Vinous) gestalten Preisbildung mit; seltene Jahrgänge großer Produzenten erzielen höhere Preise. Versicherung, professionelle Einlagerung in Bonded Warehouses und ein realistischer Erwartungshorizont sind empfehlenswert.
Der Jahrgang 1982 ist bei Bordeaux weltberühmt für seine Reife und Körper, deshalb dient 1982 oft als Referenz für die Alterungsentwicklung großer Rotweine. Generell zeigen Rotweine aus den frühen 1980er-Jahren ausgeprägte tertiäre Noten (getrocknete Kräuter, Leder, Unterholz), verschwimmende Primärfrucht und weicher werdende Tannine. Ob ein 1982er noch frisch wirkt, hängt von Traubenzusammensetzung, Ausbau und Lagerbedingungen ab. Bei Bordeaux-Châteaux wie Château Margaux oder Château Latour klassischerweise lange Haltbarkeit; bei vergleichsweisen, kleineren Produzenten kann die Trinkreife früher erreicht oder überschritten sein.
Zur Recherche nutzt man Primärquellen: offizielle Weingutsarchive, regionale Appellationsstellen (zum Beispiel DAC = Districtus Austriae Controllatus in Österreich), Verbände wie VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) oder AOC/AOP in Frankreich. Ergänzend helfen Kataloge großer Auktionshäuser, Fachbücher und Online-Datenbanken. Bei Spitzenbetrieben wie Domaine de la Romanée-Conti (DRC), Château-Beispielen oder historischen österreichischen Weingütern geben veröffentlichte Kellerprotokolle, Jahrgangsberichte und Kritikerrezensionen fundierte Hinweise auf Stil und Qualität.
OHK steht für Original-Holzkiste, OC für Original Case und OWC für Original Wooden Case. Eine vollständige Original-Holzkiste dokumentiert Provenienz und sorgt bei Sammlern für höheren Marktwert, weil sie auf schonende Erstlagerung und Herkunft hinweist. Auktionen und Fachhändler bewerten Flaschen mit OHK oft höher, allerdings bleibt die Flaschenbedingung (Ullage, Etikettzustand, Korkzustand) ausschlaggebend für den tatsächlichen Preis.
Eine strukturierte Trinkprobe beginnt mit visueller Beurteilung (Klarheit, Randverfärbung), Riechen (erste, zweite Nase) und gezieltem Schmecken. Gereifte Rotweine aus den 1980ern zeigen oft tertiäre Aromen wie Leder, Tabak, getrocknete Kräuter, Pilznoten und getrocknete Früchte; Fruchtsüße kann verblasst sein. Auf Textur achten: fallen Tannine seidig oder brüchig? Sediment wird durch vorsichtiges Dekantieren ausgesondert. Bei Paarungen harmonieren solche Weine mit geschmorten Braten, Wild, kräftigen Schmorgerichten oder gereiftem Hartkäse.
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