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Wertbestimmung gereifter Bordeaux-Flaschen beruht auf mehreren Faktoren: Reputation des Weinguts, Jahrgangsqualität, Flaschenzustand (Ullage, Kork), Provenienz und Lagerhistorie, vorhandene Kritikerbewertungen und Auktionsvergleiche. Seltenheit und Nachfrage spielen eine große Rolle. Für eine realistische Wertermittlung empfiehlt sich ein Vergleich mit Handels- und Auktionspreisen ähnlicher Flaschen sowie die Einholung von Zustandsberichten durch spezialisierte Händler oder Auktionshäuser. Langfristige Investitionsbetrachtungen sollten Lagerungskosten, Versicherung und Liquiditätsaspekte berücksichtigen.
OHK steht für Original-Holzkiste, OC für Original Case und OWC für Original Wooden Case. Diese Bezeichnungen signalisieren, dass die Flasche ihre ursprüngliche Verpackung besitzt. Für Sammler und den Sekundärmarkt sind Originalverpackungen relevant, weil sie Hinweise auf Provenienz, schonende Lagerung und Vollständigkeit liefern können. Eine intakte Original-Holzkiste kann den Wiederverkaufswert steigern und wird oft bei Auktionen als Qualitätsmerkmal gewertet.
Gereifte Bordeaux-Weine brauchen eine konstante, kühle und dunkle Lagerung: ideal sind 10–14 °C, rund 60–75 % Luftfeuchtigkeit, geringe Temperaturfluktuationen und Schutz vor Licht sowie Erschütterungen. Die Flasche sollte liegend gelagert werden, damit der Korken feucht bleibt. Für bereits geöffnete oder transportierte Flaschen ist eine kurze Stabilitätsphase in einem gleichmäßigen Keller vor dem Öffnen sinnvoll, um Sedimente zu beruhigen und Oxidationsrisiken zu minimieren.
Ullage und Korkzustand sind zentrale Qualitätsindikatoren bei gereiften Weinen. Gängige Kategorien sind HF (High Fill), IN (Into Neck), TS (Top Shoulder), VHS (Very High Shoulder), MS/LS (Mid/Low Shoulder). Bei 30+ Jahre alten Bordeaux-Flaschen sind IN oder TS oft akzeptabel; VHS oder MS/LS deuten auf erhöhtes Oxidationsrisiko hin. Ein intakter, nicht verschobener Korken und saubere Korkenflanken ohne Flüssigkeitsränder sprechen für gute Lagerbedingungen. Bei Unsicherheit sollte ein professioneller Befund oder Gutachten eingeholt werden.
Der Jahrgang 1992 gehört bereits zur Kategorie gereifter Weine; auf der Flasche zeigen sich nach über 30 Jahren potenziell ausgeprägte tertiäre Aromen wie Leder, Tabak, Waldpilz und dunkle Fruchtkomponenten. Die Trinkreife hängt stark von Ausbau, Herkunftslage und Lagerbedingungen ab: Manche Bordeaux aus 1992 sind am Höhepunkt oder sogar etwas darüber, andere haben noch Frischereserven. Entscheidend sind Flaschenzustand, Füllstand und Korkintegrität, um Abschätzungen zur weiteren Entwicklung zu treffen.
Die Benennung als Château deutet auf eine Herkunft aus dem Bordelais hin. Weine mit der Bezeichnung Château werden typischerweise als Cuvée aus klassischen Bordeaux-Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc vinifiziert. Stilistisch sind solche Weine häufig strukturiert mit gerbstoffbetonter Struktur in jungen Jahren, entwickeln im Laufe von Jahrzehnten tertiäre Aromen (Ledernoten, Tabak, getrocknete Früchte) und profitieren von langsamer Flaschenreifung. Angaben zur genauen Appellation und zu Lagenprofilen sind für eine präzise Einordnung hilfreich, grundsätzlich zeigt ein Bordeaux-Château aus reifen Jahrgängen eine Mischung aus Reife, Tiefe und mineralischer Säurestruktur.
Bei alten Flaschen behutsam vorgehen: die Flasche einige Stunden aufrecht stellen, um Sedimente zu setzen. Kork vorsichtig und langsam mit einem langen Korkenzieher entfernen, gegebenenfalls von zwei Personen, falls der Kork brüchig ist. Dunkle, feine Sedimente beim Eingießen beachten; ein Dekantieren in ein breites Gefäß ist üblich, aber nicht immer nötig — bei sehr gereiften Weinen genügt oft ein sanftes Abseihen. Serviertemperatur für reife Bordeaux liegt bei 16–18 °C, passende Glasform mit großem Kelch unterstützt das Aromaentfaltung. Kleine Probeschlucke vor dem Einschenken ermöglicht die Entscheidung, wie viel Dekantierzeit erforderlich ist.
Die Standardflasche entspricht 0,75 Liter. Für gereifte Bordeaux spielt das Flaschenformat eine wichtige Rolle: Magnums (1,5 l) reifen langsamer und oft stabiler als Standardflaschen, größere Formate wie Doppelmagnum oder Imperial bieten noch bessere Reifevorteile. Beim Vergleich von Marktpreisen und Trinkverhalten ist das Format entscheidend, da große Formate seltener sind und deshalb tendenziell höheren Sammlerwert und bessere Lagerstabilität haben.
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