25 €
zum Verkauf stehen 2 Flaschen 0,75l
Spätlese ist ein Prädikat, das Trauben mit höherer physiologischer Reife als Kabinett bezeichnet. Gegenüber Kabinett bringen Spätlesen mehr Extrakt, oft höheren Restsüße-Spielraum und intensivere Aromen; gegenüber Auslese sind sie in der Regel weniger konzentriert und oft frischer. In der Mosel-Praxis bedeutet das: Spätlesen verbinden reife Frucht und lebendige Säure und bieten je nach Ausbau von trocken bis edelsüß gute Alterungsperspektiven.
Der Ürziger Würzgarten zählt zu den prominentesten Lagen an der Mosel. Charakteristisch sind extrem steile Hänge und Devonschieferböden, die Wärme speichern und eine feine mineralische Note in den Riesling bringen. Die Exposition und das Mikroklima fördern eine ausgeprägte Aromadichte mit würzigen, floralen Noten und klarer Säurestruktur, weshalb viel Winzerprestige und Lagecharakter in einem klassischen Ürziger Würzgarten-Riesling sichtbar werden.
OHK steht für Original-Holzkiste und signalisiert häufig ungeöffnete Originalverpackung; VDP ist der Verband Deutscher Prädikatsweingüter (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) und kennzeichnet qualitätsorientierte Betriebe. Der Füllstand bzw. die Ullage beschreibt die Höhe des Weinpegels im Flaschenkörper: Bezeichnungen wie HF (High Fill), IN (Into Neck), TS (Top Shoulder), VHS (Very High Shoulder), MS/LS (Mid/Low Shoulder) geben Aufschluss über Reife und potentielle Oxidation. Bei älteren Flaschen sind diese Angaben entscheidend für die Einschätzung des Erhaltszustands.
Wert und Anlagepotenzial hängen von Produzent (z. B. namhafte Weingüter), Lage (Ürziger Würzgarten erhöht Attraktivität), Prädikat, Jahrgang, Flaschenzustand, Füllstand und Provenienz ab. Große Collector-Preise erzielen oft GG, Auslese-Klassiker oder edelsüße Raritäten; gut gemachte Spätlesen können jedoch ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis und moderate Alterungsfähigkeit bieten. Marktbeobachtung, unabhängige Bewertungen (RP/WA, JS, Vinous) und lückenlose Lagerhistorie sind für Kaufentscheidungen unerlässlich.
Entscheidend sind die Traubenreife (Zuckergehalt und phenolische Reife), die natürliche Säure, das Extrakt und die Herkunftslage. Ein trockener Boden wie der Schiefer des Ürziger Würzgarten liefert oft salzige Mineralität und gute Säure. Ebenso wichtig sind schonender Ausbau im Keller und die Philosophie des Weinguts – ein Weingut wie Merkelbach kann durch niedrige Erträge und gezielte Handlese die Struktur erzeugen, die langes Reifen ermöglicht.
Optimale Lagerbedingungen sind konstant kühl (rund 10–12 °C), dunkel, mit ca. 60–75 % Luftfeuchtigkeit und ohne Erschütterungen. Flaschen liegend lagern, um den Korken feucht zu halten. Temperaturfluktuationen vermeiden — besonders wichtig bei älteren Spätlesen, um Oxidation zu verzögern und die Entwicklung von komplexen Aromen zu fördern.
Serviertemperatur 8–10 °C; größere Burgunder- oder Weißweingläser betonen die Aromen. Bei halbtrockenen bis restsüßen Spätlesen empfiehlt sich die Kombination mit würzigen, salzigen oder leicht süßen Speisen: würzige asiatische Küche, gereifter Ziegenkäse, gebratener Fisch mit süß-sauren Komponenten oder klassische deutsche Küche mit Salz und Säure. Für trockene Interpretationen passen helle Fischgerichte oder feine Geflügelzubereitungen.
Der Jahrgang 2017 in Deutschland war tendenziell warm und brachte eine frühe, konzentrierte Reife. Auf der Mosel führten die Bedingungen zu reiferen Fruchtaromen und guter Zuckeransammlung, sodass Spätlesen oft sehr aromatisch und zugänglich wirkten. Gleichzeitig ist die Säure vieler 2017er weniger beißend als in kühleren Jahrgängen, was die Trinkfreude erhöht, aber bei hoher Süße auf ausgezeichnete Balance beim Ausbau angewiesen macht.
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