6 €
heroldrebe
Heroldrebe ist eine rote Rebsorte aus Deutschland, gezogen von Züchter August Herold als Kreuzung aus Portugieser und Lemberger (Blaufränkisch). Sie liefert fruchtbetonte, oft früh zugängliche Rotweine mit heller Farbe, dunkler Beerenfrucht und moderatem Tanningehalt. In Regionen wie Rheinhessen, Pfalz und Baden tritt die Sorte am häufigsten auf und wird sowohl für sortenreine Weine als auch für Cuvées genutzt.
Heroldrebe reagiert gut auf schonende Maischegärung und kürzere Maischestandzeiten, um Bitterkeit zu vermeiden. Ausbauvarianten reichen von leichter Edelstahltankreife für fruchtige, junge Trinkweine bis zu kurzem Barrique‑Einsatz für strukturiertere Qualitäten. Moderne Winzer wie in vielen Pfälzer Familienbetrieben experimentieren auch mit Teil‑Spontangärung oder Amphoren, um Textur und Komplexität zu steigern.
Wertbestimmung beruht auf Erzeuger (Renommee des Weinguts), Jahrgangsqualität, Flaschenzustand und vorhandenen Begleitdokumenten. Höhere Preise erzielen Weine mit nachweislicher Lagerung, positiven Kritikerpunkten, limitierter Auflage oder Auszeichnungen. Mitgliedschaften oder Prädikate wie VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) können bei deutschen Erzeugern zusätzliches Prestige schaffen und sich preissteigernd auswirken.
Typische Aromen reichen von Kirsche und Himbeere bis zu Waldbeeren, mit floralen Nuancen und gelegentlicher Würze. Der Körper ist meist leicht bis mittelschwer, die Säure frisch und die Tannine weich bis moderat. Winzer mit klarer Handschrift – etwa Betriebe wie Weingut Dr. Bürklin‑Wolf bei weißen Sortenvergleich oder regionale Spezialisten – betonen Frische und Trinkfluss statt schwere Holznoten.
Generell sind Heroldrebe-Weine keine klassischen Investmentobjekte wie Grand Cru-Burgunder oder gewachsene VDP‑Großlagen; ihr Marktwert basiert eher auf regionaler Nachfrage, Rarität und Erzeugerprestige. Beim Sekundärmarkt zählen Provenienz, Zustand der Flasche, Original-Verpackung (z. B. Original-Holzkiste OHK/Original Wooden Case OWC) und Bewertungen von Kritikern. Für Sammler lohnt sich gezielte Suche nach hochwertig ausgebauten Einzelstücken von renommierten Weingütern.
Der Füllstand (Ullage) gibt Hinweise auf Alter und Lagerbedingungen: HF (High Fill) und IN (Into Neck) gelten als sehr gut, TS (Top Shoulder) ist bei älteren Flaschen akzeptabel. VHS, MS oder LS (Very High Shoulder, Mid Shoulder, Low Shoulder) deuten auf höhere Oxidations- oder Lagerungsrisiken hin. Neben Ullage sind Etikett, Korkzustand und ob eine Original-Holzkiste (OHK) vorhanden ist, wichtige Indikatoren für Provenienz und Lagerhistorie.
Kühle, dunkle und feuchte Lagerbedingungen bei 10–14 °C mit stabiler Luftfeuchte sind ideal; längere Temperaturschwankungen vermeiden. Vor dem Servieren 15–20 Minuten dekantieren, bei Rotweinen 14–16 °C servieren; leichte Heroldrebe‑Weine profitieren von einem breiten Rotweinglas. Übliche Flaschenformate sind 0,75 l (Standard), 0,375 l (Demi) und 1,5 l (Magnum) – Größere Formate altern oft langsamer und sind für Sammler interessant.
Heroldrebe ist vor allem in Rheinhessen, der Pfalz und vereinzelt in Baden und Württemberg zu finden. Kleine und mittlere Familienbetriebe sowie regionale Weingüter wie Weingut Rebholz, Weingut Pfaffmann oder Winzer im Kaiserstuhl pflegen oft autochthone und weniger verbreitete Rebsorten. Diese Betriebe setzen auf temperaturgesteuerte Vergärung und schonende Extraktion, um die fruchtigen Noten der Heroldrebe zu betonen.
675 €
55 €
30 €
140 €
444 €
100 €
4.50 €
35 €