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1x Selosse Rose deg. 2017
Der Einsatz kleiner Eichenbarriques spielt eine zentrale Rolle für den Selosse-Stil: Holz sorgt für mikrooxidative Bedingungen, trägt zu Komplexität und Textur bei und intensiviert Aromen von Nüssen, Gewürzen und getrockneten Früchten. Gleichzeitig bleibt die Rebsortentypizität und das Terroir erhalten, weil Anselme Selosse häufig moderate Holznutzung ohne dominanten Eichenton praktiziert, was die Mineralität der Côte des Blancs unterstreicht.
Die Reifefähigkeit hängt von Stil, Dosage und Ausbau ab. Hochwertige Rosés mit sorgfältigem Ausbau, wie sie bei Selosse vorkommen, können problemlos 10–20 Jahre oder länger reifen, sofern sie kühl und konstant gelagert werden. Während der Flaschenreife entwickeln sich tertiäre Aromen (Brioche, getrocknete Früchte, lederartige Noten), gleichzeitig sollte der Zustand von Füllstand und Etikett geprüft werden, um Trinkbarkeit und Wert zu beurteilen.
Beste Lagerbedingungen sind konstant kühl (rund 10–12 °C), dunkel, mit moderater Luftfeuchte (60–75 %) und ohne Erschütterungen. Flaschen sollten liegend gelagert werden, um den Korken feucht zu halten; Originalkarton oder Original-Holzkisten bieten zusätzlichen Schutz. Temperaturschwankungen und Sonnenlicht beschleunigen Alterung und können Korkfehler begünstigen.
Rosé in der Champagne entsteht grundsätzlich auf zwei Wegen: durch Assemblage (Zugabe stillen roten Weins) oder durch Saignée (kurze Maischestandzeit mit roten Trauben). Prestigeproduzenten verwenden je nach Zielbild beide Methoden; Selosse hat in der Vergangenheit verschiedene Techniken genutzt, wobei die Wahl immer von der Jahrgangsqualität und dem gewünschten Terroir-Ausdruck abhängt. Beide Verfahren prägen Farbe, Fruchtkonzentration und Gerbstoffstruktur des Endprodukts.
Der Füllstand ist ein objektiver Indikator für dichter Verschluss und Oxidationsrisiko. Kategorien wie HF (High Fill), IN (Into Neck), TS (Top Shoulder) bis hin zu MS/LS (Mid Shoulder/Low Shoulder) helfen bei der Bewertung: Je höher der Füllstand, desto geringer das Oxidationsrisiko. Bei Champagnern, die älter als 15–20 Jahre sind, sind TS- oder besser IN/FH-Füllstände bevorzugt, während VHS, MS oder LS Warnsignale für mögliche Qualitätsverluste darstellen.
Auf dem Sekundärmarkt sind Provenienz, vollständige Dokumentation und Lagerbedingungen entscheidend. Achten Sie auf originalverpackte Kästen (Original Case / Original Wooden Case / Original Holzkiste), ein lesbares dégorgement-Datum, intakte Kapsel und ein sauberes Etikett. Prüfen Sie außerdem den Füllstand (Ullage), etwa HF, IN, TS etc., und bevorzugen Sie Händler mit klarer Herkunftsangabe und Rückgabegarantie.
Jacques Selosse, geführt von Anselme Selosse in der Côte des Blancs (Avize), ist bekannt für einen stark terroirbetonten Stil. Typisch sind strenge Lagenarbeit, biodynamische und naturnahe Praktiken sowie eine vinologische Handschrift mit Ausbau in kleinen Eichenbarriques. Das Ergebnis sind Champagner mit ausgeprägter Textur, feiner Oxidationsnote, würziger Hefe- und Nussaromatik sowie einer klaren mineralischen Prägnanz, die oft deutlich von klassischen Champagne-Häusern abweicht.
Dégorgement bezeichnet das Datum, an dem die Flasche von Hefeablagerungen befreit wurde. Ein dégorgement 2017 bedeutet, dass die Flasche im Jahr 2017 degorgiert wurde; das beeinflusst Frische, Hefetonik und die Entwicklung sekundärer Aromen. Je nach Reifezeit nach dem dégorgement können Noten von Brioche, gerösteten Nüssen und dezenter Oxidation stärker hervortreten — wichtig bei Champagnern mit Ausbau in Holz wie denen von Selosse.
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