80 €
top Zustand 1999
Gereifte Eisweine öffnet man vorsichtig mit sauberem Kapselschneider; ein kurzes Ruhen nach dem Transport ist ratsam. Eiswein wird traditionell gut gekühlt serviert (etwa 6–8 °C) in kleinen, tulpenförmigen Gläsern oder Dessertgläsern, um die Konzentration der Aromen zu betonen. Dekantieren ist in der Regel nicht nötig, außer es liegen sichtbare Depotstoffe vor oder der Wein zeigt geschlossene, reductive Noten — dann sehr vorsichtig dekantieren.
Wichtige Bewertungskriterien sind Produzentenname (z. B. Weingut Klaus-Peter Keller), Jahrgangsqualität, Erntevolumen, Füllstand, Etiketten- und Kapselzustand, vorhandene Provenienz-Dokumente und Kritikerbewertungen. Auch die Nachfrage nach Eiswein und die Seltenheit des Jahrgangs spielen eine Rolle; Verbandskennzeichnungen wie VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) oder Benchmark-Vergleiche mit Spitzenhäusern (z. B. Domaine de la Romanée-Conti als Referenz für Sammlerwerte) können Preisfindung und Liquidität beeinflussen. Eisweine altern langlebig, doch der Sekundärmarkt ist oft spezialisiert und weniger liquide als für trockene Spitzen-Rieslinge.
OHK steht für Original-Holzkiste; ähnliche Bezeichnungen sind OC (Original Case) oder OWC (Original Wooden Case). Eine Original-Holzkiste dokumentiert häufig die Provenienz und schützt die Flasche während Lagerung und Transport, was bei Sammlern den Wert erhöhen kann. Besonders bei limitierten Jahrgängen und Weinen von renommierten Produzenten kann eine vollständige OHC/OC/OWC die Verkaufschancen und den erzielbaren Preis verbessern.
KPK steht für Winzer Klaus-Peter Keller, den Inhaber des Weinguts Klaus-Peter Keller in Rheinhessen. Keller ist international bekannt für seine Rieslinge und präzise Weinbereitung; der Name KPK wird daher häufig auf Etiketten und in Sammlerkreisen als Kürzel genutzt. Bei der Einordnung von Flaschen hilft das Wissen um den Produzenten, denn Weingut Klaus-Peter Keller hat einen starken Ruf, der sich auf Marktwert und Lagerverhalten auswirken kann.
Sammler prüfen Etiketten, Rücketiketten, Kapselprägungen, Glasprägungen und Seriennummern sowie Füllstand, Korkzustand und etwaige Revisionsaufkleber. Wichtige Dokumente sind Originalrechnungen, Lieferbelege, Lagernachweise und Fotos der Original-Holzkiste; bei Unsicherheiten empfiehlt sich eine Expertise von anerkannten Gutachtern oder Auktionshäusern. Eine lückenlose Provenienz erhöht Vertrauen, erleichtert den Weiterverkauf und kann den Wert deutlich steigern.
Für die Lagerung von Eiswein empfiehlt sich eine konstante Temperatur zwischen 10 und 12 °C, eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 60–75 %, dunkle, vibrationsfreie Bedingungen sowie das Liegen der Flaschen, damit der Naturkork feucht bleibt. Weingut Klaus-Peter Keller erzeugt hochwertige Rieslinge, die bei korrekter Lagerung viele Jahre harmonisch reifen können; Temperaturschwankungen und Licht sind die wichtigsten Risikofaktoren für Wertverlust.
Der Füllstand oder Ullage ist ein zentraler Indikator für den Zustand älterer Flaschen: HF (High Fill) und IN (Into Neck) gelten als sehr gut, TS (Top Shoulder) ist bei Weinen über 15–20 Jahren noch akzeptabel, VHS (Very High Shoulder) zeigt erste Oxidationsrisiken, MS/LS (Mid/Low Shoulder) deuten auf starken Verlust und hohes Risiko hin. Bei einer Flasche aus 1999 sollte man HF bis TS anstreben; je niedriger der Füllstand, desto größer die Wahrscheinlichkeit für geschmacksliche Veränderungen.
Eiswein entsteht durch die Lese von natürlich gefrorenen Trauben, meist Riesling, bei tiefen Temperaturen; der gefrorene Wasseranteil bleibt größtenteils im Terroir zurück, sodass ein sehr konzentrierter, süßer und zugleich säurebetonter Most entsteht. Ein gereifter 1999er Eiswein zeigt neben reifen Honig- und Aprikosennoten oft tertiäre Aromen wie kandierte Zitrusfrüchte, Honigkuchen und leicht nussige Nuancen, wobei die frische Säure das Süßeprofil über Jahre hinweg balanciert.
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