105 €
3er Pack
Der Jahrgang 2017 in der Mosel gilt als warm und früh reifend, was zu besonders aromatischen und konzentrierten Rieslingen führte. Bei Auslesen zeigt 2017 häufig kräftige Frucht, reife Pfirsich- und Honignoten sowie eine solide Säurestruktur, die der Süße Halt gibt. Weingüter wie J.J. Prüm, Dr. Loosen oder Markus Molitor brachten in 2017 vielfach gereifte, lagerfähige Prädikatsweine heraus.
Auslese ist ein Prädikat im deutschen Qualitätsweinsystem und steht für selektiv von Hand gelesene, sehr reife Beeren oder Partien mit höherer Zuckerkonzentration als bei Spätlese. Eine als „süß“ deklarierte Auslese behält einen höheren Restzuckergehalt und präsentiert reife Fruchtnoten, oft unterstützt von Botrytis (Edelfäule) oder physiologischer Überreife. Die Balance von hoher Süße und lebendiger Säure macht Auslesen zu langlebigen Dessert- oder Meditationsweinen.
Der Wehlener Rosenberg zählt zu den renommierten Steillagen der Mosel. Charakteristisch sind die schiefrigen Böden (Devon-Schiefer), steile Südausrichtung und ein wärmeres Mikroklima, das zu reifen, konzentrierten Rieslingtrauben mit klarer Säurestruktur führt. Solche Bedingungen begünstigen Stile von Spätlese und Auslese mit ausgeprägter Fruchtsüße und langer Lagerfähigkeit. Traditionsreiche Betriebe wie Weingut J.J. Prüm, Dr. Loosen oder Markus Molitor arbeiten häufig mit Trauben aus vergleichbaren Spitzenlagen und verdeutlichen die typische Mosel-Finesse.
Der Erwerb mehrerer Flaschen eines Jahrgangs ermöglicht Vergleichsverkostungen (z. B. sofort, nach 5 und nach 15 Jahren), verringert Risiko durch mögliche Flaschenabweichungen und ist für Weiterverkauf oder Auktionen praktischer. Für die Lagerung reduziert ein zusammenhängender Bestand Verwaltungsaufwand und erleichtert das Erstellen von Partien mit einheitlicher Provenienz — wichtig für Sammler und Investoren.
Süße Auslesen entfalten sich am besten leicht gekühlt bei 8–10 °C in einem schmaleren Weißweinglas oder Dessertweinglas, das die Aromen bündelt. Ältere Flaschen kann man kurz dekantieren, jüngere profitieren von etwas Luft. Typische Kombinationen sind würzige asiatische Gerichte, Foie gras, gereifte Blauschimmelkäse oder fruchtige Desserts; die lebendige Säure sorgt für Balance zur Süße.
Wichtige Kontrollen sind der Füllstand (Ullage), Zustand des Etiketts und der Kapsel sowie Geruchstest nach Öffnung. Gängige Klassifizierungen sind HF (High Fill), IN (Into Neck), TS (Top Shoulder) und VHS (Very High Shoulder) — je niedriger der Füllstand, desto größer das Oxidationsrisiko. Zudem sollten Käufer nach Liefer- bzw. Lagernachweisen fragen und Bilder von Flasche und Kapsel verlangen; bei Unsicherheit ist eine fachkundige Begutachtung ratsam.
Süße Auslesen profitieren von kühler, konstanter Lagerung bei etwa 10–12 °C, rund 60–75 % relativer Luftfeuchte und ohne Licht- oder Temperaturschwankungen. Lagerung auf der Seite hält den Korken feucht. Abhängig von Restsüße, Säure und Ausbau können hochwertige Auslesen problemlos 10–30 Jahre oder länger reifen; gute Säure und konzentrierte Extrakte sind der Schlüssel zur Alterungsfähigkeit.
OHK (Original-Holzkiste), OC (Original Case) bzw. OWC (Original Wooden Case) dokumentieren, dass Wein in seiner ursprünglichen Verpackung verblieben ist. Für Sammler und den Sekundärmarkt kann dies Wert und Vertrauenswürdigkeit steigern, insbesondere bei hochrangigen Erzeugern. Entscheidend bleibt jedoch die dokumentierte Lagerung und Provenienz — eine OHK allein ersetzt keine lückenlose Lagerhistorie.
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