Was versteht man unter Terroir und wie prägt es den Charakter eines Weins?
Terroir bezeichnet das Zusammenspiel von Boden, Mikroklima, Hangneigung, Hydrologie, Rebenmaterial und klassischer Weinbergspflege, das einem Wein seine individuelle Handschrift verleiht. In Bordeaux etwa zeigen ton- und kieshaltige Böden Cabernet Sauvignon-eigene Struktur und Lagerfähigkeit (Château Margaux, Château Lafite Rothschild), während im Burgund Kalk- und Mergelböden Pinot Noir zu subtiler Aromatik und feiner Textur formen (Domaine de la Romanée-Conti). Auch in deutschen Lagen wie denen von Weingut Keller prägt Schiefer und Löss den Riesling mit steiniger Mineralität und hoher Säure. Winzerentscheidungen (Rebschnitt, Ertragsbegrenzung, Erntezeitpunkt) verstärken oder mildern die terroirtypischen Signale.