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Der Begriff Grand Vin bezeichnet das Spitzenprodukt eines Weinguts, also den Wein, der aus den besten Parzellen und der selektiertesten Trauben stammt. Château Latour ist eines der berühmtesten Weingüter im Médoc, Appellation Pauillac, und wurde 1855 als Premier Grand Cru Classé (Premier Grand Cru) klassifiziert. Diese Einstufung signalisiert traditionelle Spitzenqualität, große Lagerfähigkeit und einen stark strukturbetonten Charakter, typisch geprägt von hohem Cabernet Sauvignon-Anteil.
Ullage oder Füllstand gibt Hinweise auf Reifung und mögliche Oxidation. Gängige Begriffe sind HF (High Fill, perfekter Füllstand), IN (Into Neck, sehr guter Füllstand), TS (Top Shoulder, akzeptabel bei älteren Weinen), VHS (Very High Shoulder, erste Oxidationsanzeichen) sowie MS/LS (Mid Shoulder / Low Shoulder, hohes Risiko). Für einen Wein aus 1986 sind Füllstände bis TS in der Regel noch unproblematisch, während VHS oder MS/LS Anlass zur genaueren Prüfung von Flaschenzustand und Geschmack geben sollten.
OHK (Original-Holzkiste), OWC (Original Wooden Case) oder OC (Original Case) bezeichnen die originalen Versand- oder Aufbewahrungsbehälter des Weinguts. Für Sammler steigern sie oft Wert und Attraktivität, weil sie zusätzliche Sicherheit für provenance und schonende Lagerung bieten. Originalkisten sind besonders bei Prestigeweinen wie Château Latour ein Qualitätsmerkmal, das bei Auktionen und beim Weiterverkauf positiv ins Gewicht fällt.
Pauillac im Médoc ist eine der prestigeträchtigsten Appellationen von Bordeaux und liefert perfekte Bedingungen für Cabernet Sauvignon: Kiesböden, Drainage und ein kühles maritimes Klima. Château Latour profitiert davon durch einen kraftvollen, tanninreichen Stil mit intensiver Frucht, hoher Konzentration und exzellentem Reifepotenzial. Die geographische Lage und Terroir erklären maßgeblich die Struktur, Dichte und die typische Mineralität dieses Hauses.
Größere Formate wie Magnum (1,5 l) altern in der Regel langsamer und oft günstiger als Standardflaschen (0,75 l), weil das Verhältnis von Wein zu Sauerstoff im Korken anders ist. Château Latour profitiert von dieser langsameren Entwicklung: Magnums zeigen häufig eine ausgeglichene Reifung mit sanfterem Gerbstoffabbau und feineren tertiarynoten. Für langfristige Lagerung sind gut gepflegte Magnums sehr begehrt, gleichzeitig sind sie seltener und daher sammlerisch interessanter.
Gereifte Flaschen profitieren meist von behutsamer Behandlung: Beim Servieren empfiehlt sich eine moderate Temperatur von etwa 16–18 °C und ein großes Burgunderglas oder Bordeauxglas, das Luftkontakt fördert. Ältere Château Latour sollten vorsichtig dekantiert werden, idealerweise vor einer Stunde, um Sediment zu schonen; manchmal genügt auch langes Ruhen im geöffneten Dekanter. Bei sehr alten oder fragilen Flaschen ist ein Probeschluck nach dem vorsichtigen Öffnen ratsam, bevor man Zeit für intensives Dekantieren investiert.
Ein Château Latour aus den 1980er-Jahren zeigt typischerweise eine Reifekurve von konzentrierter Frucht und mächtigen Tanninen hin zu tertiären Aromen. Bei guter Lagerung können sich Cassis- und Schwarzkirschnoten in Noten von Leder, Tabak, Zedernholz, Graphit, Waldboden und feinen Gewürzen wandeln. Latour ist bekannt für seine robuste Struktur und Langlebigkeit; viele Flaschen zeigen auch nach mehreren Jahrzehnten noch Substanz und Balance, wobei Dekantieren oft sinnvoll ist, um die Aromen zu öffnen.
Bei Château Latour sind Etikett, Capsule, Korkbeschriftung, Rücketikett und gegebenenfalls Holzkistenkennzeichnungen wichtige visuelle Indikatoren. Authentizität stützt sich zusätzlich auf lückenlose Provenienzdokumente (Weinrechnungen, Lagerbestätigungen, Auktions- oder Kellerbuch-Einträge) sowie auf Analysemethoden, Expertengutachten oder Bestätigung durch renommierte Auktionshäuser. Eine sorgsame Historie der Lagerung (konstante 10–14 °C, moderate Luftfeuchte) erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine gut erhaltene Flasche.
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