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Die Prüfung beginnt mit dem Füllstand (Ullage): HF (High Fill) und IN (Into Neck) sind ideale Zustände, TS (Top Shoulder) akzeptabel für ältere Flaschen, VHS (Very High Shoulder) bis MS/LS (Mid/Low Shoulder) erhöhen das Oxidationsrisiko. Weiterhin Kapsel auf Beschädigungen, intaktes Etikett, Rückstand/Sediment im Halsbereich und Hinweise auf seriöse Lagerung oder Provenienz kontrollieren; bei Unsicherheit vor Kauf oder Öffnen Händler‑ oder Expertenmeinung einholen.
Kleinere Domaines tendieren dazu, terroirfokussierte, präzise und oft handwerklich geprägte Weine zu erzeugen, während grosse Maisons oder Négociants wie etablierte Häuser eine breitere Produktionspalette, häufig einheitlicheren Stil und stärkere Marktpräsenz bieten. Spitzenhäuser wie Domaine de la Romanée‑Conti stehen für extreme Konzentration und Langlebigkeit, etablierte Maisons wie Domaine Louis Jadot bieten Konsistenz, und kleinere Erzeuger können besonders charakterstarke, expressive St‑Aubin‑Premier‑Crus liefern; bei der Auswahl lohnt die Prüfung von VIN‑Kritiken, Terroirbeschreibung und persönlichem Stil.
1er Cru ist die französische Bezeichnung für Premier Cru und kennzeichnet eine besonders renommierte Einzellage mit überdurchschnittlichem Terroir, während Grand Cru die höchste Klassifikation darstellt und extrem seltene Spitzenlagen bezeichnet. In Burgund unterscheiden sich Premier Cru und Grand Cru vor allem durch Renommee, typische Alterungsfähigkeit und Preisniveau; ein Premier Cru bietet oft mehr Preis‑/Genussbalance und deutlich ausgeprägte Herkunftsmerkmale.
Viele Premier‑Cru‑Weißburgunder haben ein Reifepotenzial von 10–30+ Jahren, abhängig von Erzeuger, Ausbau und Jahrgang; gereifte Noten entwickeln sich von blumiger Frucht zu reifer Kernobst‑ und tertiären Noten wie Honig oder Haselnuss. Den Trinkhöhepunkt erkennt man an ausgewogener Säure, integrierter Holz‑ und Mineralnoten sowie harmonischer Aromentiefe; bei 1998er‑Weinen ist daher eine individuelle Flaschenprüfung oder Probeöffnung empfehlenswert, um den optimalen Genusszeitraum zu bestimmen.
1998 gilt in vielen Teilen Burgunds als warmer, reifer Jahrgang mit gut entwickelten Aromen und oft zugänglicher Frucht; bei Premier‑Cru‑Weißweinen führte das zu Konzentration und guter Reifefähigkeit. Reifeverlauf und Zustand hängen stark vom Erzeuger und der Fassung ab: gut gemachte Weine aus 1998 können noch frische, reife Noten und eine attraktive Säurestruktur zeigen, während weniger sorgfältig gelagerte Flaschen an Frische verloren haben können.
OHK (Original‑Holzkiste) bzw. OWC (Original Wooden Case) gelten als positiv für Provenienz und Vollständigkeit, da sie auf sorgfältige Lagerung und Nachweis der Herkunft hinweisen; bei seltenen Burgundern kann eine intakte OWC den Wert erhöhen. Für Investitionsentscheidungen sind OHK, dokumentierte Lagerhistorie, Laborkontrollen, Auktionsergebnisse und Kritikerbewertungen (z. B. Robert Parker/Wine Advocate, Vinous, James Suckling) wichtige Faktoren neben physischem Zustand der Flasche.
Langfristige Lagerung erfolgt bei konstanter Temperatur (ca. 10–13 °C), moderater Luftfeuchte, dunklem, vibrationsarmen Umfeld und liegender Flaschenposition, um den Korken feucht zu halten. Beim Servieren älterer Premier‑Cru‑Weine empfiehlt sich vorsichtiges Dekantieren nach Sichtprüfung (Kapsel, Label, Ullage); viele 1990er‑Jahrgänge profitieren von kurzem Aufschwung (15–60 Minuten), serviert bei 10–12 °C, um die Aromatik zu öffnen ohne fragile Primärnoten zu verlieren.
St‑Aubin liegt in der Côte de Beaune und ist bekannt für präzise, terroirbetonte Weißweine aus Chardonnay; Premier‑Cru‑Lagen wie La Chatenière liefern oft mineralische, strukturierte Weine mit guter Säure und Reifepotenzial. Produzenten und Domaines in St‑Aubin arbeiten häufig mit kargen Kalk‑ und Mergelböden, die Frische und Finesse fördern, weshalb Weine dieser Appellation sich gut zu klassischen Burgundern und dem Terroir‑Diskurs fügen.
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