99 €
sehr gute Fuellhoehe/ top shoulder
Viele 1973er können heute trinkreif oder bereits über dem Höhepunkt sein; der Status ist sehr flaschenabhängig. Vor dem Servieren empfiehlt sich vorsichtiges Öffnen und eine visuelle Kontrolle auf Sediment und Füllhöhe. Beim Dekantieren alte Bordeaux: sanft und behutsam vorgehen, um Sediment nicht aufzuwirbeln—meist genügt 30–90 Minuten, bei empfindlichen Flaschen oft weniger. Alternativ bietet sich ein kurzer Riechtest nach dem Öffnen an, um Oxidation oder störende Aromen zu erkennen. Für Premium‑Weine wie Château Montrose gelten diese Vorsichtsmaßnahmen besonders, da ein aggressives Dekantieren mehr schaden als nützen kann.
Korkgeschmack (‚korkig‘) zeigt sich durch muffige, feuchte Papp‑ oder Kartonnoten, reduziert die Frucht massiv. Oxidation offenbart sich als braune Farbe, Sherry‑artige Aromen, flache Frucht und Lacknoten. Bei Teiloxidation können Aromen von getrockneten Früchten und Nussnoten dominieren. Sediment ist normal bei alten Weinen; klares, intensives Bouquet und noch präsente Säure deuten auf guten Zustand hin. Ein kurzer Geruchs‑ und Geschmackstest nach dem Öffnen gibt schnell Hinweise — im Zweifel vorsichtig dekantieren und erneut prüfen.
Für die Erhaltung und eventuelle weiteren Reifung sind konstante Bedingungen wichtig: Temperatur um 11–14 °C, möglichst konstant; relative Luftfeuchtigkeit 60–75 % zur Erhaltung des Korkens; dunkler, vibrationsarmer Ort; liegende Lagerung für Naturkorken, um das Austrocknen zu vermeiden. Für bereits gereifte Flaschen empfiehlt sich eine separate, gut dokumentierte Lagerung mit klarer Provenienz, um Temperaturschwankungen zu vermeiden und den Zustand (Etikett, Kapsel, Füllhöhe) langfristig zu stabilisieren.
Ältere Bordeaux‑Jahrgänge wie 1973 zeigen heute eine große Bandbreite: manche Flaschen präsentieren noch tertiäre Aromen wie Leder, Tabak, Zedernholz, getrocknete Früchte und feine Gewürznoten; andere sind deutlich gereift oder oxidativ verändert. Château Montrose hat historisch eine robuste Struktur, sodass gut gepflegte Exemplare länger tragfähig bleiben. Bei einem 1973er sollten Konsumenten deshalb mit abgeschwächter Frucht, weicherer Tanninstruktur und ausgeprägter tertiärer Aromatik rechnen — Zustand und Provenienz entscheiden maßgeblich über Genussfähigkeit.
Wesentliche Preistreiber sind Jahrgangsqualität, Zustand der Flasche (Ullage/Füllhöhe, Etikett, Kapsel), Nachweis der Provenienz, Anzahl vorhandener Gebinde am Markt und Nachfrage nach dem Weingut. Kritikerbewertungen und historische Auktionsresultate beeinflussen zusätzlich den Preis. Marktplattformen und Auktionsarchive (z. B. Liv‑Ex, Auktionshäuser, Wine‑Searcher) sind hilfreich zur Preisrecherche. Beachten Sie, dass Preisschwankungen bei alten Bordeaux groß sein können und dass Originalverpackung (OHK/OC/OWC) sowie ein guter Zustand die Verhandlungsposition deutlich stärken.
Prüfen Sie Etikett, Rücketikett, Kapsel und Glasform auf Konsistenz mit bekannten Mustern von Château Montrose und dem Herstellungsjahr. Achten Sie auf Stempel oder Prägungen auf dem Korken, Lesespuren und typischen Alterungsverschleiß, der authentisch wirken muss. Vergleichen Sie mit Archivbildern und Auktionskatalogen; Datenbanken wie Wine‑Searcher oder Auktionsarchive liefern Verkaufshistorien. Originalverpackung (OHK / Original‑Holzkiste, OC / Original Case, OWC / Original Wooden Case) und lückenlose Provenienz erhöhen die Seriosität. Bei Unsicherheit lohnt eine Expertise durch einen auf Wein spezialisierten Gutachter oder renommiertes Auktionshaus.
Top Shoulder ist eine Ullage‑Bezeichnung (Füllhöhe) und signalisiert, dass die Flüssigkeit bis an die obere Schulter der Flasche reicht. Bei alten Weinen ist die Ullage ein zentraler Indikator für Luftkontakt: HF (High Fill) ist ideal, IN (Into Neck) sehr gut, TS (Top Shoulder) akzeptabel für Flaschen älter als 15–20 Jahre. Niedrigere Füllstände wie Mid Shoulder oder Low Shoulder erhöhen das Oxidationsrisiko. Wichtige Begriffe in diesem Kontext sind auch OHK (Original‑Holzkiste), OC (Original Case) und OWC (Original Wooden Case) — Originalverpackung stärkt die Provenienz, wirkt sich aber nicht direkt auf die Füllhöhe aus.
Château Montrose ist ein klassifiziertes Weingut im Médoc, genauer in Saint‑Estèphe, und gehört zur Gruppe der Deuxième Cru Classé aus der Klassifikation von 1855. Montrose ist bekannt für kraftvolle, tanninbetonte Weine mit kräftiger Struktur und ausgeprägtem Reifepotenzial. Typisch ist ein Cabernet‑Sauvignon‑dominierter Verschnitt ergänzt durch Merlot, Petit Verdot und Cabernet Franc, was den Weinen eine dichte Frucht und lange Alterungsfähigkeit verleiht. Die Böden von Montrose (Kiesel und Kiesel-Sand) sowie die strenge Selektion im Keller beeinflussen den charakteristischen, langlebigen Stil.
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