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Lagerung: dunkel, konstant kühl (ca. 12–16 °C) und aufrecht, um den Korken vor zusätzlicher Belastung zu schützen. Original-Holzkisten bieten zusätzlichen Schutz vor Licht und Temperaturschwankungen. Öffnen: vorsichtig mit geeignetem Werkzeug, kleine Proben entnehmen und den Rest luftdicht verschließen. Nach dem Öffnen reduziert sich die Aromastabilität mit der Zeit; für Langzeitaufbewahrung empfiehlt sich die Minimierung von Luftraum oder eine Temperaturabsenkung. Dokumentation des Zustands vor und nach dem Öffnen ist ratsam.
Armagnac gliedert sich in drei klassische Cru‑Zonen: Bas-Armagnac (feine, aromatische Armagnacs mit sandigen Böden), Ténarèze (kräftigere, strukturierte Profile) und Haut-Armagnac (weniger verbreitet). Bekannte Häuser wie Château de Laubade, Delord oder Darroze zeigen beispielhaft die Unterschiede der Crus. Terroir, Alterung in Eichenfässern und die Rebsortenpräferenz prägen das Endprofil stark.
Der Sekundärmarkt umfasst spezialisierte Händler, Fachauktionen (z. B. Sotheby’s, Christie’s, lokale Auktionshäuser) und renommierte Händler. Bewertungsfaktoren sind Jahrgang, Provenienz, Füllstand, Originalverpackung, Etikettenzustand und Dokumentation. Für Kauf/Verkauf: Echtheitsprüfung, professionelle Begutachtung, Fotos von Etiketten und Füllstand, sowie schriftliche Provenienz sind entscheidend. Versicherung: Wertgutachten und separate Policen für Sammlerobjekte sind empfehlenswert. Beachten Sie außerdem saisonale Nachfragen und Marktzyklen bei der Preisgestaltung.
Armagnac ist eine traditionelle französische Spirituose aus der Region Gascogne, die sich durch kontinuierliche Destillation (alambic armagnacais) und lange Holzlagerung auszeichnet. Häuser wie Baron de Montillac arbeiten typischerweise mit regionalen Weinbränden (eaux-de-vie), die in Gascon-Eiche (chêne gascon) reifen. Ein Jahrgang 1929 gehört zu den sehr alten, vor‑ bzw. zwischenkriegszeitlichen Abfüllungen und ist wegen der Seltenheit und historischen Einordnung besonders interessant für Sammler und Kenner.
Sehr alte Armagnacs entwickeln durch Jahrzehnte in Eichenfässern ein komplexes rancio‑Profil mit Noten von Trockenfrüchten, getrockneten Feigen, Datteln, Haselnuss, Leder, Tabak, Toffee, Karamell und Gewürzen. Oxidative Einflüsse verleihen oft eine warme, sherryartige Tiefe. Die Balance zwischen süßen, nussigen und würzigen Elementen sowie die Holzsignaturen sind kennzeichnend für gereifte Jahrgangs‑Eaux‑de‑Vie.
OHK steht für Original-Holzkiste (auch OWC = Original Wooden Case bzw. OC) und bezeichnet die hölzerne Originalverpackung. Für Sammler erhöht eine intakte Original-Holzkiste häufig die Provenienz und den Sammlerwert, da sie Schutz bei Lagerung und Transport bietet und Echtheit sowie ursprüngliche Präsentation dokumentiert. Besonders bei alten Jahrgängen trägt die OWC zur Vollständigkeit der Objektbeschreibung bei.
Der Füllstand (Ullage) ist ein entscheidender Indikator: HF (High Fill) oder IN (Into Neck) gelten als sehr gut, TS (Top Shoulder) ist bei sehr alten Flaschen akzeptabel, VHS (Very High Shoulder) und MS/LS (Mid/Low Shoulder) deuten auf stärkere Verdunstung und damit erhöhtes Risiko. Bei Spirituosen sind Korkzustand, Etiketten, Kapsel und Anzeichen von Leckagen ebenso wichtig. Professionelle Begutachtung kann anhand dieser Kriterien den Erhaltungszustand zuverlässig einschätzen.
Typische Rebsorten der Armagnac‑Destillation sind Baco (hybride Sorte, sehr verbreitet in Armagnac), Folle Blanche, Ugni Blanc (Trebbiano) und Colombard. Baco bringt oft reichhaltige, nussige und kräftige Noten, Folle Blanche feinere, florale Nuancen, Ugni Blanc sorgt für Frische und Struktur. Die Rebsorte beeinflusst sowohl das Destillat als auch das Langzeitreifungsprofil in der Eiche.
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