75 €
1 Flasche Talbot 2001.
Ein gereifter Château Talbot aus 2001 zeigt oft Aromen von getrockneten dunklen Beeren, Leder, Zedernholz, Tabak und erdigen Noten. Die Tannine sind in der Regel abgerundet, behalten aber noch Tanninstruktur, während die Säure Frische vermittelt. Sekundärnoten wie Unterholz, Graphit oder dezente Gewürznuancen treten je nach Ausbau und Fassalterung stärker zutage. Die Aromatik und Textur hängen vom Ausbau und der Flaschenreife ab — vergleichbar mit gereiften Weinen aus Léoville‑Las Cases oder Ducru‑Beaucaillou.
Bei einer rund 20+ Jahre alten Bordeaux‑Flasche sind bestimmte Füllstandsstufen akzeptabel: HF (High Fill) und IN (Into Neck) gelten als ideal; TS (Top Shoulder) ist bei 15–25 Jahre alten Weinen noch akzeptabel. VHS (Very High Shoulder), MS (Mid Shoulder) und LS (Low Shoulder) weisen auf höheren Alterungsgrad oder mögliche Oxidation hin. Zusätzlich sollten Etikett, Kapsel, Korkzustand und mögliche Ausblutungen untersucht werden. Dokumentierte Provenienz, Original‑Holzkiste (OHK) oder Original Wooden Case (OWC) steigern die Vertrauenswürdigkeit der Flaschenlage.
Provenienz prüft man über Kaufbelege, Lagerdokumente, Auktions‑ oder Händlerzertifikate sowie das Vorhandensein einer Original‑Holzkiste (OHK/OWC). Echtheitsmerkmale umfassen das Etikett, Schriftbild, Seriennummern auf Kapsel oder Hals, Kork‑Stempelung und die Konsistenz der Verpackung mit dem Weingutstandard. Bei Zweifeln sind Weinexperten, unabhängige Gutachter oder das Weingut selbst hilfreiche Ansprechpartner. Digitale Datenbanken und Auktionsarchive können die Historie vervollständigen.
Empfohlen wird eine Trinktemperatur von 16–18 °C, serviert in einem großen Bordeauxglas, das die Konzentration von Tanninen und Frucht unterstützt. Zu einem gereiften Saint‑Julien passen geschmorte Rindfleischgerichte, Lamm, reifer Hartkäse und Pilz‑ oder Trüffelgerichte. Leichte Reduktionsnoten und erdige Aromen harmonieren gut mit intensiveren, aber nicht überwürzten Begleitungen, um die feine Balance von Frucht, Tannin und Säure zu erhalten.
Château Talbot kann für Anleger interessant sein, da renommierte Saint‑Julien‑Weine auf dem Sekundärmarkt beständig nachgefragt werden. Entscheidend sind Flaschenzustand (Ullage), Originalverpackung (OHK/OWC), lückenlose Provenienz und positive Bewertungen von Kreditgebern wie Robert Parker/Wine Advocate, James Suckling oder Vinous. Preisentwicklung hängt von Nachfrage nach Bordeaux, Jahrgangscharakter und Lagerfähigkeit ab. Für Investitionen empfiehlt sich Diversifikation, Zertifikate/Inventarlisten und vertrauenswürdige Händler oder Auktionshäuser.
Langfristige Lagerung idealerweise bei konstanter Temperatur von 12 ±2 °C, 60–70 % Luftfeuchte, dunkel und vibrationsfrei. Für den Genuss empfiehlt sich behutsames Dekantieren: bei gutem Füllstand und intaktem Korken reichen 30–90 Minuten Luftkontakt; bei stärker entwickelten Flaschen kann ein längeres sanftes Dekantieren hilfreich sein. Bei Unsicherheit über Sediment oder Zerbrechlichkeit des Korks empfiehlt sich ein Probeschwenken und gegebenenfalls die Filtration durch eine Feinsieb‑Dekantierkaraffe. Glaswahl: bauchiges Bordeauxglas, Temperatur 16–18 °C.
Château Talbot ist ein etabliertes Saint‑Julien‑Weingut im Médoc mit einem Ruf für kraftvolle, strukturbetonte Bordeaux‑Weine, die über Jahrzehnte reifen können. Im Kontext von Saint‑Julien reiht sich Talbot neben Nachbarn wie Château Léoville‑Las Cases, Château Ducru‑Beaucaillou oder Château Saint‑Pierre ein und repräsentiert die klassisch bordelaiser Assemblage aus Cabernet Sauvignon, Merlot und kleineren Anteilen von Cabernet Franc und Petit Verdot. Talbot liefert oft einen dichten Tanninrahmen und eine klare Herkunftsprägung, was ihn für Sammler und Liebhaber klassischer Médoc‑Weine interessant macht.
Der Jahrgang 2001 in Bordeaux wird häufig als eher kühler und eleganter Jahrgang beschrieben, mit moderater Reife verglichen zu Spitzenjahrgängen wie 2000. Bei Weinen aus Saint‑Julien, darunter Château Talbot, zeigt sich das in einer tendenziell feineren Frucht, deutlicherer Säurestruktur und länger anhaltenden Gerbstoffen statt extremer Fülle. Solche Eigenschaften begünstigen eine langsame, gleichmäßige Reifung und können zu sehr harmonischen Trinkfenstern führen, sofern Flaschen und Lagerbedingungen gepflegt wurden.
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