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Vor dem Öffnen die Flasche 24 Stunden aufrecht stellen, um Sediment zu beruhigen. Traditionsgemäß vorsichtig mit einem langen Korkenzieher arbeiten; Flaschen mit stärkerem Sediment sollten sehr langsam dekantiert werden, um Bodensatz zurückzuhalten. Serviertemperatur für gereifte Weißweine liegt meist bei 10–12 °C, für gereifte Weißweine mit mehr Körper kann man bis 13 °C gehen. Feinporige Gläser und eine kurze Ruhezeit nach dem Dekantieren helfen, das komplexe Bouquet zu zeigen. Immer kleine Probeschlucke entnehmen, um entschieden zu bewerten, ob weiteres Belüften sinnvoll ist.
Bei einer rund 15–20 Jahre alten Flasche sind bestimmte Füllstandskategorien üblich: HF (High Fill) und IN (Into Neck) sind ideal, TS (Top Shoulder) ist bei älteren Flaschen in der Regel noch akzeptabel. VHS (Very High Shoulder) zeigt erste Oxidationszeichen, MS/LS (Mid Shoulder / Low Shoulder) sind kritisch und erhöhen das Risiko eines beeinträchtigten Weins. Immer individuelle Bewertung vornehmen: Korkzustand, Etikett- und Kapselintegrität sowie Lagerhistorie sind gleichwertig wichtige Indikatoren.
Ein 2007er aus der Südsteiermark hat inzwischen mehrere Reifephasen durchlaufen und zeigt häufig reduzierte Primärfrucht, dafür mehr tertiäre Aromen (Honig, getrocknete Kräuter, reife Nussnoten) und eine weiche Säurestruktur. Die ideale Trinkreife hängt vom Ausbau (Barrique vs. Edelstahltank), der Rebsorte und Lagerbedingungen ab; viele 2007er sind jetzt trinkbereit, können aber bei exzellenter Flaschenpflege noch einige Jahre harmonisch halten. Vor dem Genuss auf Füllstand (Ullage) und Korkzustand achten und gegebenenfalls schonend dekantieren, um das Bukett zu öffnen.
Zieregg und Grassnitzberg gehören zu den bekanntesten Einzellagen der Südsteiermark und sind für ihre ausgeprägte Terroirprägung bekannt: steile Hänge, vielfältige Mikroklimate und Böden, die oft zu präziser Aromatik und guter Struktur führen. Weingut Tement, als renommiertes Südsteirisches Gut, interpretiert diese Lagen typischerweise terroirbetont – durch selektive Handlese, reduzierte Erträge und schonende Ausbauvarianten, um Frische, Mineralität und Lagencharakter zu bewahren. Bei Weißweinen zeigt sich das in klaren, intensiv duftigen Profilen; bei gereiften Jahrgängen treten tertiäre Noten über der primären Frucht hervor.
Größere Formate altern langsamer: Ein Magnum (1,5 l) bietet durch das günstigere Verhältnis von Flüssigkeit zu Sauerstoff eine verzögerte Reifung, feinere Entwicklung und oft bessere Lagerstabilität im Vergleich zur Standardflasche (0,75 l). Für Sammler oder längere Lagerung sind Magnums daher oft bevorzugt. Kleinere Formate (0,375 l) reifen schneller und eignen sich weniger für Langzeitarchivierung. Bei Weinen mit Lagerpotenzial – etwa hochwertigen Lagenweinen aus Zieregg oder Grassnitzberg – erhöhen größere Formate meist den Genusswert über Jahre.
Konsequente, konstante Lagerung ist entscheidend: Temperatur 10–14 °C, relative Luftfeuchte ca. 60–75 %, lichtgeschuetzt, vibrationsfrei und möglichst ohne starke Temperaturschwankungen. Beim Versand klimatisierte Verpackungen und versicherter Transport über spezialisierte Weinkuriere minimieren Schadenrisiken. Für besonders wertvolle Flaschen sind dokumentierte Klimafotos, lückenlose Lagernachweise und gegebenenfalls klimatisierte Versandboxen empfehlenswert, um Provenienz und Zustand für Käufer nachvollziehbar zu halten.
Kritiker wie Robert Parker / Wine Advocate (RP / WA), James Suckling (JS) oder Vinous können Nachfrage und Preise beeinflussen, da hohe Bewertungen Sammler und Händler auf bestimmte Jahrgänge aufmerksam machen. Auf dem Sekundärmarkt zählen aber vor allem: Lager- und Provenienznachweis, Flaschenzustand (Ullage, Etikett), Seltenheit des Jahrgangs und Format. Gut dokumentierte Flaschen aus Top-Lagen erzielen in Auktionshäusern oder bei Fachhändlern den besten Preis, während unsichere Provenienz den Wert deutlich mindert.
Provenienz ist entscheidend: Idealerweise liegen Liefernachweise, Kaufbelege oder ein lückenloses Lagerprotokoll vor. Original-Holzkisten (OHK), Original Case (OC) und Original Wooden Case (OWC) erhöhen die Glaubwürdigkeit, weil viele Weingüter und Händler Flaschen in diesen Gebinden ausliefern. Prüfen Sie Etikett, Rücketikett, Kapsel, Glasprägungen und Flaschenform sowie mögliche Seriennummern; Abweichungen deuten auf Manipulation hin. Bei Unsicherheit helfen renommierte Auktionshäuser, spezialisierte Händler oder das Weingut selbst bei der Echtheitsbestätigung.