110 €
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Eine gereifte Mosel‑Auslese harmoniert hervorragend mit intensiven Aromen: salziger Blauschimmelkäse, Foie gras, gereifte Entenleber, würzige asiatische Gerichte (Thai, Szechuan) oder fruchtige Desserts wie Apfelstrudel und Quittenkompott. Aufgrund der Restzucker‑Säure‑Balance kann ein gereifter Auslese auch als Kontrast zu scharfen Speisen dienen. Kleine Portionen und moderate Serviertemperatur (8–10 °C) heben die Aromen optimal hervor.
Die Einzellage Graacher Domprobst an der Mosel ist für steile Schieferhänge und sehr heiße, mineralische Rieslinge bekannt. Produzenten wie Willi Schäfer arbeiten auf terrassierten Parzellen mit blau- bis grauschieferigem Untergrund, was den Weinen eine ausgeprägte Mineralität, feine Säurestruktur und großes Lagerpotenzial verleiht. Typisch sind Aromen von Pfirsich, Zitrus, reifer Honig- und mineralischen Noten, die sich über Jahrzehnte zu komplexen petrol‑ und kandierten Fruchtnuancen entwickeln können.
Auslese bezeichnet Trauben, die als besonders reife Beeren ausgewählt wurden; bei der Mosel‑Riesling‑Auslese führt das zu höherer Reife, oft mehr Restsüße, aber auch zu einer ausgeprägten Säure, die Balance und Langlebigkeit ermöglicht. Eine Auslese kann von fein restsüß bis deutlich süß reichen; bei hochwertigen Einzellagen wie Graacher Domprobst erlaubt die Säure dem Wein oft, Jahrzehnte zu reifen und Aromen wie Honig, getrocknete Aprikose und petrolartige Noten zu entwickeln.
Bei einem 1993er gelten folgende Orientierungspunkte: Ein High Fill (HF) oder Into Neck (IN) ist ideal; Top Shoulder (TS) ist bei Weinen über 15–20 Jahren akzeptabel. Very High Shoulder (VHS) zeigt erste Oxidationsanzeichen, Mid Shoulder (MS) und Low Shoulder (LS) bedeuten deutlich erhöhtes Risiko. Achten Sie zusätzlich auf intakten Korkenrand, sauberes Etikett ohne großflächige Verfärbung, stabile Kapsel und fehlende Ausblühungen am Glas. Fotos von Hals und Flasche helfen bei der Einschätzung der Trinkbarkeit.
Langfristige Lagerung sollte kühl (idealerweise 10–12 °C), dunkel, vibrationsfrei und mit konstanter Luftfeuchte erfolgen. Vor dem Öffnen die Flasche langsam temperieren, mehrere Stunden aufrecht stellen damit sich Sediment setzt, und vorsichtig dekantieren: alte Rieslinge profitieren von schonendem, kurzer Belüftung, um Aromen zu öffnen, aber übermäßiges Dekantieren kann feine Säurekanten verflachen. Glaswahl: schlanke Rieslingkelche oder Tulpenform, um die feine Aromatik zu bündeln.
Empfindliche Altjahrgänge benötigen stabile Außenverpackung, stoßdämpfende Innenpolsterung, flaschenindividuelle Trennwände und feuchtigkeitsbeständigen Karton. Temperatursensible Transporte sollten vermieden oder durch Isolierverpackung/Temperaturpolster begleitet werden. Unbedingt versichert versenden, verfolgbar und mit Zustellnachweis; bei alten Flaschen Fotos von Füllstand, Etikett und Kapsel vor Versand anfertigen. Für internationale Transporte Zoll- und Einfuhrbestimmungen beachten.
Der Wert richtet sich nach Produzentenruf, Jahrgangsqualität, Einzellage (z. B. Graacher Domprobst), Flaschenzustand (Füllstand, Etikett), Provenienz/Transporthistorie, vorhandenen Bewertungen von Kritikern (z. B. Robert Parker, James Suckling, Vinous) sowie Angebot und Nachfrage auf Auktionen und im Fachhandel. Originalverpackungen wie OEHK/OWC, originale Holz- oder Kartonage und offizielle Händlerdokumente erhöhen die Nachweisbarkeit und damit meist den Preis. Vergleichswerte aus Auktionslisten und spezialisierte Händler geben den besten Marktüberblick.
Provenienz und Original-Holzkiste (OHK beziehungsweise OWC für Original Wooden Case) sind starke Indikatoren für sorgsame Lagerung und können Authentizität und Wert steigern. Begleitdokumente wie Rechnungen, Auktionszertifikate oder Händlernachweise erleichtern die Rückverfolgbarkeit. Bei Zweifeln helfen spezialisierte Gutachter oder Laboranalysen, Rückstände und Altersspuren zu prüfen. Für Sammler und Investoren sind lückenlose Herkunftsangaben ein wichtiger Risikopuffer.
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