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Jacquesson 738 Degorgement Tardif
Degorgement Tardif bezeichnet ein spätes Degorgieren, also das Entfernen des Hefepfropfens nach einer verlängerten Flaschenreifung auf der Hefe. Bei Champagner führt spätes Degorgieren zu feinerer Integration von Hefearomen, zusätzlicher Cremigkeit und oft zu reiferer, komplexerer Frucht. Besonders Häuser wie Maison Jacquesson nutzen lange Hefelager, um Textur und Tiefe zu steigern; das Degorgement-Datum auf dem Etikett ist für Liebhaber und Sammler daher ein wichtiges Qualitätsmerkmal.
Die nummerierten Cuvées von Maison Jacquesson sind fortlaufende, oft individueller Assemblagen, die das Terroir mehrerer Grand- und Premier-Cru-Lagen widerspiegeln. Eine Cuvée wie die 738 steht im Kontext der Maison, die in Dizy nahe Aÿ arbeitet und für präzise Assemblagen aus Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier bekannt ist. Im Vergleich zu Einzellagenchampagnern von Häusern wie Salon oder Krug betont Jacquesson die jährliche Stilistik und die Handschrift des Hauses durch diese nummerischen Abfüllungen.
Jacquesson arbeitet klassisch mit den drei Champagne-Rebsorten: Pinot Noir, Chardonnay und Pinot Meunier. Haus-Assemblagen kombinieren oft Pinot Noir aus Weinbergen um Dizy und Aÿ für Struktur, Chardonnay aus Côte des Blancs-Lagen wie Avize oder Cramant für Frische und Mineralität, sowie Pinot Meunier zur Fruchtigkeit. Die genaue Zusammensetzung schwankt je nach Jahrgang und Stil des jeweiligen Nummern-Cuvée.
Lange Hefelager baut sekundäre Aromen wie Brioche, Toast, geröstete Nüsse und Umami auf und verfeinert die Perlage. Spätes Degorgieren fördert die Verbindung dieser Hefenoten mit Frucht und Säure, was zu einer samtigeren Mousse, größerer geschmacklicher Persistenz und häufig zu einem cremigeren Mundgefühl führt. Bei Champagnern von anerkannten Häusern zeigt sich dies oft in einer intensiveren, komplexeren Aromatik ohne Verlust von Frische.
OHK steht für Original-Holzkiste, OC für Original Case und OWC für Original Wooden Case. Diese Bezeichnungen signalisieren, dass Flaschen in ihrem ursprünglichen Transport- oder Präsentationsmaterial geliefert werden. Für Sammler sind OHK/OC/OWC wichtig, weil Originalverpackungen oft den Provenienz- und Lagerungsweg dokumentieren, den Wiederverkaufswert steigern und ein Indiz für sorgfältige Handhabung darstellen.
Wesentliche Faktoren sind Produzentenreputation (z.B. Jacquesson, Krug, Salon, Bollinger), Format (Magnum und größere Formate sind häufig gefragter), Degorgement- und Abfülldatum, Zustand der Flasche und des Etiketts, Ullage (Füllstand), dokumentierte Provenienz sowie Bewertungen durch Kritiker wie Robert Parker (Wine Advocate), James Suckling oder Vinous. Seltene Nummern-Cuvées mit spätem Degorgement und einwandfreier Lagergeschichte erzielen auf Auktionsmärkten und beim Fachhandel oft Premiumpreise.
Lagerung: kühl (ca. 10–12 °C), dunkel, konstant feucht und vibrationsfrei; liegend, wenn Korken intakt erhalten werden sollen. Spätes Degorgement verlangt eine besonders sorgfältige Temperaturführung, um Aromen zu bewahren. Servieren: leicht gekühlt (8–10 °C) in tulpenförmigen Gläsern oder großen Flöten; bei älteren oder komplexen Champagnern ist ein kurzes Offenstehenlassen nach dem Öffnen empfehlenswert. Dekantieren ist selten nötig, kann aber bei sehr gereiften, entwickelten Exemplaren helfen, Aromen zu öffnen — vorsichtig und nur mit erfahrenem Handling.
Ullage liefert Informationen zur Lagergeschichte: High Fill (HF) und Into Neck (IN) sind ideal, Top Shoulder (TS) akzeptabel bei sehr alten Flaschen, Very High Shoulder (VHS), Mid Shoulder (MS) oder Low Shoulder (LS) deuten auf erhöhtes Oxidationsrisiko hin. Sammler prüfen zudem Etiketten und Rückenetiketten auf Degorgement- und Abfülldaten, Lot-Nummern, Signaturen und eventuelle Restaurierungen. Dokumente zur Provenienz, Rechnungen oder Auktionseinträge erhöhen Vertrauen und Marktwert.
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