140 €
1 Flasche
Auf dem Sekundärmarkt zählen Provenienz, Lagerhistorie, Originalverpackung (OHK/OC/OWC), vollständige Rechnungs- und Versandnachweise sowie der physische Zustand der Flasche (Ullage, Etikett, Kapsel). Seltene oder renommierte Produzenten wie Giuseppe Quintarelli, Romano Dal Forno oder ältere, gut dokumentierte Abfüllungen von Allegrini sind bei Sammlern besonders gefragt. Investmentrelevante Faktoren sind begrenzte Verfügbarkeit, kritische Bewertungen, Jahrgangsqualität und der langfristige Lagerzustand. Ein konservativer Investitionshorizont und fachkundige Lagerung sind entscheidend.
Internationale Kritiker wie Robert Parker / Wine Advocate (RP/WA), James Suckling (JS) und Vinous (VN) vergeben Punkte und veröffentlichen Wertungen, die Sekundärmarkt und Sammlerinteresse beeinflussen können. Wichtige Abkürzungen im Weinbereich sind DOC/DOCG (italienische Qualitätsstufen: Denominazione di Origine Controllata / Garantita), EP (En Primeur) sowie Organisationskürzel wie VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter). Beim Lesen von Bewertungen ist die Kontextualisierung des Bewertungsmaßstabs und die Kenntnis des jeweiligen Kritikers entscheidend.
Der Füllstand (Ullage) ist ein zentraler Indikator für die Flaschenintegrität: HF (High Fill) bedeutet nahezu perfekter Füllstand, IN (Into Neck) sehr guter, TS (Top Shoulder) akzeptabler Füllstand bei älteren Weinen. VHS (Very High Shoulder), MS (Mid Shoulder) oder LS (Low Shoulder) deuten auf erhöhte Oxidationsrisiken oder Leckagen hin. Bei der Prüfung von gereiften Valpolicella‑Flaschen und bei Kaufentscheidungen ist die Ullage zusammen mit Etikett, Korkzustand und Provenienz zu bewerten.
Die Reifefähigkeit hängt stark vom Produzenten, der Stilistik und der Qualität des Jahrgangs ab. Viele Classico Superiore entwickeln in den ersten 5–12 Jahren schöne Komplexität; besonders konzentrierte Abfüllungen oder solche von Top‑Erzeugern (z. B. Quintarelli, Dal Forno) können 15 Jahre oder länger reifen. Entscheidend sind Gerbstoffstruktur, Säure und Fruchtkonzentration. Vor dem Servieren empfiehlt sich gegebenenfalls Karaffieren, um Bouquet und Textur zu öffnen; jüngere Jahrgänge profitieren oft nur kurz vom Belüften, ältere Flaschen können langsamer Atem brauchen.
Ideale Lagerbedingungen sind konstant kühl (10–14 °C), dunkle Umgebung, moderate Luftfeuchte (60–75 %) und liegende Flaschenlage, damit der Korken feucht bleibt. Original-Holzkiste (OHK), Original Case (OC) oder Original Wooden Case (OWC) erhöhen die Provenienzsicherheit und schützen gegen Temperaturschwankungen. Für längerfristige Lagerung ist eine professionelle Klimakammer oder ein erfahrener Händler empfehlenswert; bei Unsicherheit stets Füllstand (Ullage) und Etikettierung dokumentieren.
Jahrgangsbedingungen – Temperaturverlauf, Niederschlag und Vegetationsphasen – bestimmen Reifegrad, Säurestruktur und Tanninprofil. In wärmeren Jahren entwickeln Trauben oft höhere Reife und Fruchtdichte, während kältere Jahre frische Säure und feinere Aromen fördern. Bei Valpolicella wirkt sich dies besonders auf die Corvina‑Fruchtigkeit und die Fähigkeit zur Reifung aus. Erzeuger wie Masi oder Tommasi passen Ertragsregulierung und Vinifikation an jedes Jahr an, sodass dieselbe Bezeichnung in verschiedenen Jahrgängen unterschiedlich ausfallen kann.
Valpolicella Classico Superiore DOC ist eine geschützte italienische Ursprungsbezeichnung (Denominazione di Origine Controllata) aus dem klassischen Herzen des Valpolicella-Gebiets nördlich von Verona. "Classico" bezieht sich auf die traditionelle Anbauzone mit höheren Lagen und kühleren Mikroklimata, die oft elegantere Weine liefern. "Superiore" steht für eine leicht höhere Mindestalkoholstärke und in der Praxis oft für strengere Selektions- und Reifungsanforderungen. Typische Rebsorten sind Corvina (dominant), Rondinella und bisweilen Molinara oder lokale Varietäten; bekannte Produzenten aus der Region sind Allegrini, Masi, Tommasi, Zenato und Giuseppe Quintarelli, die unterschiedliche Stilrichtungen von klassisch frisch bis konzentriert und reif erzeugen.
Eine "Verticale" ist eine Verkostung mehrerer Jahrgänge desselben Weins, meist derselben Cuvée von einem Produzenten. Sie zeigt die Entwicklung der Handschrift eines Weinguts über verschiedene Jahrgänge, die Ausprägung von Terroir und Rebsorten sowie den Einfluss von Klima und Vinifikation. Für Sammler und Fachleute ist eine Verticale besonders aussagekräftig, weil sie Unterschiede zwischen Jahrgängen transparent macht und erkennt, wie langlebig ein Wein bei Produzenten wie Giuseppe Quintarelli, Romano Dal Forno oder Allegrini reifen kann.
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