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the echo of G 2013
Provenienz lässt sich durch Rechnungen, Händlerdokumente und Lagernachweise verifizieren; renommierte Händler und Auktionshäuser geben hierzu oft klare Historienangaben. Beim Füllstand (Ullage) beurteilt man die Position des Weinspiegels zum Flaschenhals: HF (High Fill) ist optimal, IN (Into Neck) sehr gut, TS (Top Shoulder) akzeptabel für Weine älter als 15–20 Jahre. VHS, MS oder LS (Very High Shoulder / Mid Shoulder / Low Shoulder) signalisieren zunehmendes Oxidationsrisiko. Sichtprüfung auf Korkzustand, Etikett- und Kapselunversehrtheit sowie Geruchsprüfung nach Korkfehlern ergänzt die Bewertung.
Für gereifte Rotweine empfiehlt sich eine Serviertemperatur zwischen 15–18 °C, je nach Körper und Rebsorte. Dekantieren kann helfen, reduzierte Noten zu lüften und Sediment zu trennen: ältere 2013er sollten vorsichtig und kurz dekantiert werden (20–60 Minuten), während jüngere, tanninreiche Weine längere Belüftung vertragen. Bei sehr alten Flaschen ist ein langsames Umfüllen in eine Karaffe ratsam; bei fragilen Exemplaren kann stattdessen schonendes Einschenken über ein Sieb sinnvoll sein, um Sediment im jeweiligen Glas zurückzuhalten.
Größere Formate wie Magnum (1,5 l) altern langsamer und oft harmonischer als Standardflaschen (0,75 l), weil das Verhältnis von Luft im Hals zu Wein günstiger ist. Deshalb sind Magnums bei Sammlern für Langzeitlagerung besonders begehrt und erzielen meist Aufpreise gegenüber Einzelstandardflaschen. Sehr große Formate (Doppelmagnum, Imperiale) sind rar und können sowohl bibliophile als auch investmentorientierte Nachfrage triggern. Beim Einkauf sind jedoch Verfügbarkeit, Lagerhistorie und Handlingkosten zu berücksichtigen.
Im Sekundärmarkt sind Reputation, Kontinuität und Kritikerresonanz zentrale Bewertungskriterien. Große Namen wie Château Margaux, Domaine de la Romanée-Conti oder Weingut Keller fungieren als Benchmarks für Langzeitwert und Preisstabilität. Bei Boutique-Labels entscheidet hingegen Produktionsmenge, Einzigartigkeit der Cuvée, Lagerungshistorie und hochwertige Bewertungen über Nachfrage. Seltenheit kann kurzfristig Renditen steigern, langfristig sichern jedoch stabile Kritiken, nachvollziehbare Provenienz und anerkannte Qualitätskategorien (z. B. Premier Cru, Grand Cru) den Wert.
Kritiker wie Robert Parker / Wine Advocate, James Suckling oder Vinous (Antonio Galloni) beeinflussen Nachfrage und kurz- bis mittelfristige Preise: hohe Punktzahlen können Interesse und Marktpreise signifikant steigern. Dennoch sollten Bewertungen nie alleiniges Kaufkriterium sein. Ergänzend wichtig sind regionale Jahrgangseinschätzungen, Flaschenzustand, Füllstand, Originalverpackung und persönliche Verkostungsnotizen. Kritikerpunkte geben Orientierung, während Provenienz und physische Befunde entscheidend für Werthaltigkeit und Trinkqualität sind.
OHK steht für Original-Holzkiste, OC für Original Case und OWC für Original Wooden Case; alle drei Bezeichnungen beschreiben die Originalverpackung der Lieferung. Für Sammler und Investoren ist die Original-Holzkiste bedeutsam, weil sie Belege für ununterbrochene Provenienz, schonende Lagerung und oft einen höheren Wiederverkaufswert liefert. Besonders bei limitierten Abfüllungen oder Jahrgangsboxen sowie bei renommierten Produzenten kann das Vorhandensein der Original-Holzkiste einen signifikanten Preiszuschlag bedeuten.
Kreative Etikettennamen sowie einzelne Buchstaben dienen oft als Marken- oder Cuvée-Bezeichnung und geben Hinweise auf Stil, Konzept oder die Herkunftslinie des Weins, nicht zwingend auf eine klassische Lageklassifikation. Bei etablierten Produzenten wie einem Château in Bordeaux, einem Domaine in Burgund oder einem traditionsreichen Weingut in Deutschland werden solche Namen häufiger für Spezialabfüllungen, Lagen-Cuvées oder experimentelle Partien verwendet. Entscheidend ist die ergänzende Information auf Rückenetikett oder technischer Karte: Rebsorten, Ausbau (z. B. Barrique), Erntejahrgang und Parzellenangaben geben echten Aufschluss über Stilistik und Lagerfähigkeit.
Ein 2013er-Rotwein ist heute mehr als ein Jahrzehnt alt; die Trinkreife hängt stark von Region, Rebsorte und Ausbau ab. Bordeaux- und Cabernet-dominierte Weine erreichen bei guten Inhaltsstoffen über viele Jahre Stabilität, während Pinot Noir aus Burgund oft früher zugänglich ist. Faktoren für das Trinkfenster sind Tanninstruktur, Säure, Extrakt und Holzeinfluss. Typische Anzeichen für ein reifes, aber noch lebendes Exemplar sind gefestigte, aber nicht verfallende Säure, integrierte Tannine und tertiary Aromen (Ledernoten, Tabak, Waldboden). Für konkrete Einschätzungen dienen Vergleiche mit Jahrgangsbeschreibungen großer Regionen und Bewertungen von Verkostungsarchiven.
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