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Differenzbestuert
GG steht für Großes Gewächs und bezeichnet in Verbindung mit dem Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) trockene Spitzenweine aus klassifizierten Erste Lagen. Die VDP-Klassifikation legt Kriterien für Lagenqualität, Erträge und Ausbau fest; ein GG signalisiert also, dass der Wein aus einer herausragenden Einzellage wie Morstein stammt und nach strengen Qualitätsmaßstäben erzeugt wurde.
Das Weingut Klaus-Peter Keller ist für seine terroirbetonten, trocken ausgebauten Rieslinge bekannt, die Präzision, Dichte und feine Frucht in den Vordergrund stellen. Keller setzt auf selektive Handlese, schonende Verarbeitung und minimal invasive Kellertechnik, um die unterschiedlichen Einzellagen – etwa Morstein – spiegeln zu können. Das Ergebnis sind langlebige Große Gewächse mit klarer Linie und großer Rückgratstärke.
Morstein ist eine der renommiertesten Einzellagen in Westhofen, Rheinhessen. Die Parzellen sind für ihre kalkbetonten, mineralischen Böden bekannt, die Riesling-Trauben präzise Spannung, salzige Mineralität und eine klar strukturierte Säure verleihen. Winzer wie Klaus-Peter Keller nutzen diese Terroir-Ausprägung gezielt, um konzentrierte, terroir-getriebene Weine mit großer Lagerfähigkeit zu erzeugen.
Differenzbesteuerung ist eine spezielle umsatzsteuerliche Regelung, bei der die Steuer nur auf die Handelsspanne (Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis) erhoben wird. Sie wird in Deutschland häufig bei Gebrauchtwaren und bestimmten Handelsgeschäften angewendet. Für Käufer bedeutet das: Auf der Rechnung ist die Umsatzsteuer nicht separat ausweisbar und entfällt eine Vorsteuerabzugsfähigkeit.
Rieslinge von Klaus-Peter Keller (häufig abgekürzt KPK) genießen hohes Renommee und begrenzte Verfügbarkeit, was sie sammler- und sammelwürdig macht. Für Anlageentscheidungen sind Punkte von Kritikern (z. B. Vinous, Robert Parker, James Suckling), Jahrgangsqualität, Produktionsmenge und belegbare Provenienz entscheidend. Auf dem Sekundärmarkt sollte man auf lückenlose Dokumentation, korrekte Füllstände, unversehrte Etiketten, intakte Korken und idealerweise Original-Holzkisten (OHK/OC/OWC) achten. Marktliquidität ist geringer als bei großen Bordeaux- oder Burgund-Positionen, daher sind Geduld und sichere Lagerung zentrale Faktoren.
Für die Langzeitlagerung gelten konstante Bedingungen: 10–12 °C, relative Luftfeuchte um 60–75 %, keine direkte Lichteinstrahlung und minimale Erschütterungen. Originalverpackungen wie Original-Holzkisten (OHK) oder Original Case/Original Wooden Case (OC/OWC) sind hilfreich für Schutz und Provenienz. Beim Servieren empfiehlt sich eine Temperatur von etwa 8–10 °C für feinere, 10–12 °C für kraftvollere GG-Rieslinge; Dekantieren ist selten nötig, ein kurzes Lüften (30–60 Minuten) kann jedoch die Aromen öffnen.
Der Jahrgang 2018 war in vielen deutschen Anbaugebieten warm und reif, wodurch Rieslinge aus Spitzenlagen wie Morstein oft kraftvoll, konzentriert und mit ausgeprägter Fruchtdichte ausfielen. Gleichzeitig bewahren gut vinifizierte Morstein-Rieslinge die notwendige Säurestruktur für Langlebigkeit; 2018er-Bottlungen zeigen heute bereits Zugänglichkeit, entwickeln sich aber über ein Jahrzehnt und länger weiter.
Bei einer 2018er-Flasche handelt es sich um einen noch relativ jungen, aber bereits entwickelnden Wein. Erwartete Füllstände (Ullage) sollten HF (High Fill) oder IN (Into Neck) sein; bei Spitzenweinen sind TS (Top Shoulder) noch akzeptabel. Niedrigere Füllstände wie MS/LS können auf länger andauernde Lagerung oder leichte Oxidation hinweisen. Die Trinkreife hängt neben dem Füllstand von Ausbau, Lagerbedingungen und Traubenmaterial ab; gut gelagerte Riesling-GG haben oft noch Jahrzehnte Entwicklungspotenzial.
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