75 €
Preis pro Flasche : 75€
Ideale Lagerbedingungen: konstant 10–14 °C, 60–75 % relative Luftfeuchtigkeit, dunkel, geringe Vibration und liegende Lagerung bei Korkverschlüssen. Bei einer Flasche aus 2017 (mittleres Alter) sind optimale Füllstände meist HF (High Fill) oder IN (Into Neck). Diese Kategorien signalisieren geringe bis sehr geringe Verdunstung. Auffällige Mid Shoulder (MS) oder Low Shoulder (LS) bei einem 2017er deuten auf suboptimale Lagerung hin und erhöhen das Risiko von Oxidation.
Tavel-Rosés serviert man kühl, aber nicht eiskalt, etwa 12–14 °C; das öffnet Aromen und zeigt Textur. Ein großer, bauchiger Weiß- oder Roséglas fördert die Aromafreisetzung. Jung getrunken profitieren sie von etwas Temperatursteigerung im Glas; ältere Jahrgänge oder sehr konzentrierte Auslesen können 20–30 Minuten in der Karaffe von profitiert haben, um Tannine und Aromen weicher zu machen. Dekantieren ist eher bei gereiften Flaschen sinnvoll, um eventuellen Bodensatz zu separieren.
Typische Rebsorten in Tavel sind Grenache, Cinsault, Mourvèdre, Syrah sowie weiße Sorten wie Clairette oder Bourboulenc in geringen Anteilen. Grenache bringt Körper, reife rote Früchte und Wärme, Cinsault liefert Eleganz, Florale Noten und Frische. Mourvèdre und Syrah können Struktur, Farbe und Gewürznoten beisteuern. In einer gut komponierten Tavel-Cuvée sorgen die Sorten für Balance zwischen Frucht, Säure und Tannin.
Der Jahrgang 2017 in der südlichen Rhône war insgesamt warm mit Phasen von Trockenheit, was zu sehr reifen, konzentrierten Trauben führte. Bei Rosés aus 2017 zeigt sich das in kräftigerem Fruchtkonzentrat, höherem Alkoholpotenzial und dichterer Textur. Winzer, die früh lesen oder auf kühle Nachtlese achten, konnten dennoch Frische und gute Säure bewahren; anderswo führten die hohen Reifegrade zu vollmundigeren, länger lagerfähigen Rosés.
Kritikerbewertungen von Robert Parker / Wine Advocate, James Suckling oder Vinous haben starken Einfluss auf Nachfrage und Preisgestaltung: hohe Punktzahlen steigern Sichtbarkeit und Sammlerinteresse, ziehen Händlerangebote nach sich und können kurzfristig den Marktwert anheben. Für weniger verbreitete Appellationen wie Tavel gilt: exzellente Bewertungen können die Marktmechanik stärker antreiben, weil sie Vertrauen und internationale Nachfrage erzeugen.
Tavel ist eine eigenständige Appellation in der südlichen Rhône, bekannt für trockene, durchaus körperreiche Rosés mit hoher Konzentration, dunklerer Farbe und würziger Struktur. Weine aus Tavel zeichnen sich durch dichte Frucht, mediterrane Kräuteraromen und oft eine substanzielle Tanninstruktur aus, weshalb sie intensivere Speisen vertragen als leichte Rosés. Domaine de l'Anglore ist ein anerkanntes Weingut in Tavel, das für charakterstarke, terroirbetonte Rosés bekannt ist, die Fruchtigkeit und Struktur verbinden.
Tavel-Rosés sind generell weniger massentaugliche Anlageobjekte als große Bordeaux- oder Burgunder-Lagen, aber herausragende Jahrgänge und renommierte Produzenten können sammlerische Relevanz besitzen. Entscheidend sind: Produzent-Reputation (z. B. Domaine de l'Anglore), Jahrgangsqualität, Kritikerbewertungen, vollständige Provenienz (Lagerhistorie, Originalkisten), Filllevel und Flaschenzustand. Weine mit hoher Nachfrage, limitierten Auflagen oder exzellenten Bewertungen erzielen auf dem Sekundärmarkt überdurchschnittliche Preise.
OHK steht für Original-Holzkiste, OWC für Original Wooden Case und OC für Original Case. Diese Begriffe beschreiben die ursprüngliche Verpackung, in der eine Abfüllung ausgeliefert wurde. Für Sammler und Händler sind Originalkisten wichtig, weil sie Hinweise auf ununterbrochene Provenienz und kontrollierte Lagerung geben, den Wiederverkaufswert erhöhen und Manipulationsmöglichkeiten vermindern. Bei hochpreisigen Weinen sind OWC/OHK oft ein Qualitätsmerkmal auf dem Sekundärmarkt.
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