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Alles 2022
Die Klassifikationen geben Auskunft über Qualität, Ausbau und potenzielle Süße. QbA (Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete) deckt ein breites Spektrum ab; Kabinett steht oft für leichte, elegante Weine mit moderater Restsüße; Spätlese und Auslese sind erntedichter und häufig lagerfähiger; Großes Gewächs (GG) signalisiert trockene Spitzenlage und Ausbauqualität in Deutschland. Für Lagerung und Trinkreife gilt: Kabinett kann früher genossen werden, Spätlese und GG haben oft längeres Alterungspotenzial – Beispielreferenzen sind Schloss Johannisberg für klassische Riesling-Spätlesen oder Weingut Keller für trockene GG-Interpretationen.
Junge 2022er profitieren von konstanter Lagerung bei 10–14 °C, 60–75 % relativer Luftfeuchte, dunkler Umgebung und waagrechter Flaschenlage. Rieslinge (z. B. aus Schloss Johannisberg oder Weingut Keller) behalten Säure und Mineralität, benötigen oft längere Flaschenreife bei kühler Temperatur; hochwertige trockene Rieslinge können 10–20 Jahre reifen. Pinot Noir (z. B. aus Burgund, Domaine de la Romanée-Conti) bevorzugt ebenfalls kühle Bedingungen und profitiert von moderater Oxidationskontrolle; viele Spitzen-Pinots gewinnen über 5–15 Jahre an Komplexität. Bei kurzen Haltefristen empfiehlt sich kühlere Lagerung und vor dem Genuss Dekantieren je nach Stil.
Ullage oder Füllstand beschreibt die Position des Weinkolbens im Flaschenhals. Bei jungen Flaschen (z. B. Jahrgang 2022) sind High Fill (HF) oder Into Neck (IN) als ideal zu bewerten. Top Shoulder (TS) kann bei etwas älteren Flaschen akzeptabel sein. Very High Shoulder (VHS), Mid Shoulder (MS) oder Low Shoulder (LS) deuten auf Alterung oder Leckagen hin und erhöhen das Risiko von Oxidation. Beim Kauf immer Flaschenetikett auf Risse prüfen, Kapselstatus und mögliche Garantiepapiere (OC/OWC) berücksichtigen.
„Ab Hof“ bezeichnet den direkten Verkauf vom Weingut an den Kunden. Vorteile sind transparente Provenienz, oft frischere Abfüllungen, limitierte Auflagen und die Möglichkeit, verschiedene Jahrgänge oder Fassproben direkt zu verkosten. Käufer haben außerdem bessere Chancen auf Original-Holzkisten (OHK/OC/OWC) und persönliche Beratung durch das Personal des Weinguts, was besonders bei kleineren Erzeugern oder bei gereiften Flaschen für Sammler relevant sein kann.
Nicht jeder 2022er ist investmentfähig. Entscheidende Kriterien sind Produzentenreputation (z. B. Domaine de la Romanée-Conti, Château Margaux, Weingut Keller), Bewertung durch Kritiker wie Robert Parker (Wine Advocate), James Suckling oder Vinous, limitierte Verfügbarkeit, Zustand der Abfüllung (OHK/OC/OWC), und dokumentierte Provenienz. En Primeur (EP) Käufe betreffen primär Bordeaux; für Sekundärmarkt-Aktivität sind Lagerung, originalverpackung und Zertifikate ausschlaggebend. Ab Hof gekaufte Flaschen können für den Eigenbedarf attraktiv sein, sind aber ohne etablierte Provenienz oft schwerer zu handeln.
OHK steht für Original-Holzkiste, OC für Original Case und OWC für Original Wooden Case. Diese Originalverpackungen belegen häufig ununterbrochene Provenienz, schützen Flaschen länger vor Temperaturschwankungen und sind bei Sammlern und Händlern werterhöhend. Bei Prestigeerzeugern wie Domaine de la Romanée-Conti oder Château Margaux kann eine intakte OHK den Marktpreis deutlich steigern, weil sie Echtheit und schonende Lagerung signalisiert.
Der Jahrgang 2022 wird vielfach als warm bis sehr warm beschrieben, was in vielen Anbaugebieten zu reifen Fruchtaromen, gutem Extrakt und oft moderaten Säurewerten führte. Bei Rotweinen bedeutet das tendenziell zugängliche Tannine und frühere Trinkreife, bei Weißweinen Ausdruck von reifer Stein- und Kernobstfrucht. Spitzenbetriebe wie Château Margaux, Domaine de la Romanée-Conti oder Weingut Keller können dennoch Tiefe und Alterungspotenzial zeigen, weil dort Säureggung und Rebsortenselektion das Gleichgewicht erhalten.
Ein Weinpaket fasst mehrere Flaschen zu einem Angebot zusammen – als thematische Auswahl (z. B. Jahrgangs- oder Lagenpaket), Mengenvorteil oder als Probierpaket. Zusammensetzungskriterien können Rebsorte, Appellation (z. B. Bordeaux, Burgund), Produzenten wie Château Margaux oder Schloss Johannisberg, oder sensorische Vielfalt (trocken, halbtrocken, spätlese) sein. Für Sammler relevant ist die Homogenität von Provenienz und Lagerbedingungen; bei Handelsobjekten erhöhen Originalverpackung und OWC/OC oft den Wert.
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