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Blanc de Blanc bedeutet wörtlich „Weiß aus Weißen“ und bezeichnet Schaumweine, die ausschließlich aus weissen Rebsorten gekeltert sind – in der Praxis fast immer aus Chardonnay. In der Champagne sind klassische Blanc de Blancs Beispiele von Salon, Ruinart oder Jacques Selosse, die pure Chardonnay-Präzision zeigen; auch individuelle Winzer wie Weingut Johannes Aufricht folgen dieser Stilistik, setzen aber oft eigene Hefelagerungs- und Ausbau-Techniken ein. Charakteristisch sind zitrische Frische, feincremige Mousseux und ein klarer mineralischer Kern, der je nach Terroir fein bis intensiv ausfallen kann.
Brut Nature bedeutet keine bzw. extrem minimale Dosage nach der Degorgierung – es wird kein oder nur sehr wenig Zucker zugesetzt. Im Vergleich: Extra Brut erlaubt bis zu 6 g/l Restzucker, Brut bis 12 g/l. Brut Nature betont die reine Säurestruktur und das Terroir stärker, wirkt oft karger, präziser und eignet sich besonders für Liebhaber sehr trockener, längsamer Weine. Von der Herstellung her sind Technik und exakte Dosage entscheidend, weil bei Null-Zucker-Ausbau kleine Unregelmäßigkeiten sofort sichtbar werden.
Ein hochwertiger Blanc de Blanc Brut Nature aus dem Jahrgang 2021 kann je nach Ausbau und Qualitätsanspruch 5–15 Jahre und in Ausnahmefällen länger reifen. Junge Trinkfreude entfaltet sich bereits 2–4 Jahre nach der Ernte mit lebendiger Frucht; komplexere tertiäre Aromen entwickeln sich erst nach 6–10 Jahren Hefelagerung und längerer Flaschenreife. Spitzenhäuser wie Salon oder ältere Jahrgänge von Selosse zeigen, wie Chardonnay-basierte Schaumweine mit Zeit an Tiefe gewinnen. Lagern Sie kühl (10–12 °C), dunkel und liegend, um die optimale Entwicklung zu sichern.
Bei Second‑hand-Transaktionen sind belegbare Provenienz, durchgehende Kühlkette und originale Verpackung (z. B. OC/OWC/Original-Holzkiste) zentral. Prüfen Sie den Füllstand (Ullage): High Fill (HF) oder Into Neck (IN) gelten als ideal bei jüngeren Flaschen; Top Shoulder (TS) ist bei älteren Weinen akzeptabel. Vermeiden Sie Flaschen mit Mid Shoulder (MS) oder Low Shoulder (LS). Achten Sie zudem auf Ablagerungen, Etikettenzustand und eine dokumentierte Lagergeschichte – all das beeinflusst Genuss und Werthaltigkeit.
Wichtige Etikettenangaben sind Jahrgang, Name des Weinguts (z. B. Weingut Johannes Aufricht), Disgorgement‑Datum, eventuell die exakte Dosage und Hinweise auf Originalverpackung (OC/OWC/Original-Holzkiste). Das Disgorgement‑Datum zeigt, wie lange die Flasche auf der Hefe lagerte; bei Brut Nature ist die Dosage oft 0 g/l oder ausdrücklich „non‑dosé“. Fehlt das Disgorgement, erschwert das die Alters- und Genussprognose. Originalverpackung erhöht im Handel die Werthaltigkeit und spricht für sorgfältige Lagerung.
Vintage Blanc de Blancs können investitionsfähig sein, wenn sie von renommierten Produzenten stammen (z. B. Salon, Krug, Jacques Selosse) oder von anerkannten Winzern mit limitierter Produktion. Entscheidende Kriterien: renommierter Produzent, positive Bewertungen durch Kritiker (RP/Wine Advocate, JS/James Suckling, VN/Vinous), geringe Verfügbarkeit, dokumentierte Lagerung, Flaschenformat (Magnum oft bevorzugt) und Marktinteresse. Auch regionale Besonderheiten und Liebhaberforen beeinflussen Preise. Ein Jahrgang 2021 ist noch jung; Geduld und korrekte Lagerung sind für Wertsteigerung essenziell.
Brut Nature harmoniert hervorragend mit feinen, salzigen und fettarmen Gerichten: Austern, Jakobsmuscheln, Sushi, Sashimi, gedämpfter Fisch und leichte Meeresfrüchtesalate. Auch zu gebratenem Huhn mit Zitronennote oder gereiften, salzigen Käsesorten (z. B. ein alter Comté) passt die lebendige Säure. Durch die knappe Dosage kann Brut Nature deutlich salzigere oder umami‑betonte Speisen gut ausbalancieren.
Größere Formate wie Magnum (1,5 l) altern in der Regel langsamer und gleichmäßiger als Standardflaschen (0,75 l), weil das Verhältnis von Luft zu Wein geringer ist. Das fördert oft eine harmonischere Reifung und kann bei Blanc de Blancs zu längerer Haltbarkeit und feinerer Entwicklung tertiärer Aromen führen. Deshalb sind Sammler und Investoren häufig bereit, für Magnums mehr zu bezahlen; renommierte Häuser wie Salon oder Krug bringen aus gutem Grund spezielle Großformate heraus.
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