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Der Jahrgang 2019 in Burgund war wärmer und brachte reifere Chardonnay-Trauben; typische 2019er Meursaults zeigen daher klare Aromen von reifen Birnen, Pfirsich, gerösteten Haselnüssen und feiner Vanille aus dem Holzausbau. Am Gaumen sind sie meist saftig, vollmundig und mit guter Konzentration, bei ausgewogener Säure. Je nach Erzeuger reichen die Reifeperspektiven von schneller Trinkfreude bis zu mittellangem Ausbau im Keller.
Füllstände sind ein Schlüsselindikator für Lagerqualität. Gängige Kategorien sind HF (High Fill), IN (Into Neck), TS (Top Shoulder), VHS (Very High Shoulder) und MS/LS (Mid/Low Shoulder). Bei relativ jungen Weißweinen wie einem 2019er erwartet man in der Regel HF oder IN; höhere Schultern deuten auf Oxidation oder unsachgemäße Lagerung hin. Prüfberichte sollten außerdem Korkzustand, Etikett und etwaige Ausblühungen an Schraubverschlüssen dokumentieren.
Auf dem Sekundärmarkt zählen lückenlose Provenienz, Originalverpackung (OHK/OWC), Rechnungen und sachgerechte Lagerung zu den entscheidenden Faktoren. Bewertungen durch Fachkritiker wie Robert Parker (WA), Vinous oder Jancis Robinson können die Nachfrage beeinflussen. Auktionshistorie, Händlerreputation und Versicherung der Lieferung sind weitere Punkte. En‑Primeur (EP) ist bei Burgund weniger verbreitet als in Bordeaux, deshalb sind Direktkäufe bei renommierten Domaines oder etablierten Handelspartnern oft sinnvoller.
2019 zählt in vielen Appellationen Burgunds zu den stärkeren, wärmeren Jahrgängen mit reiferen Trauben und hoher Klassifikation durch Kritiker. Für Investitionen ist 2019 attraktiv, weil viele Weine bereits zugänglich sind, gleichzeitig aber genug Struktur für mittelfristige Reife besitzen. Entscheidend für den Anlageerfolg bleiben Produzentenname, Lage (z. B. Meursault Sous la Velle vs. Top‑Premier‑Cru) sowie makroökonomische Nachfrage und lückenlose Provenienz.
OHK steht für Original-Holzkiste, OC für Original Case und OWC für Original Wooden Case. Originalverpackungen sind bei Burgundern ein wichtiges Provenienzmerkmal: Sie erleichtern die Rückverfolgbarkeit, reduzieren das Risiko von Flaschenvertauschungen und wirken sich positiv auf den Marktwert aus. Für Sammler und Händler sind vollständige Rechnungen und intakte OHK/OC/OWC oft ebenso wichtig wie ein lückenloser Lagernachweis.
Meursault liegt in der Côte de Beaune im Burgund und ist bekannt für kalk- und tonhaltige Böden, die Chardonnay-Weine mit Reife, Volumen und feiner Mineralität hervorbringen. Die Lage Sous la Velle erzeugt typischerweise kraftvolle, stoffige Meursaults mit nussigen und honigigen Noten, ohne die typische Säurestruktur der Côte de Beaune zu verlieren. Produzenten wie Domaine Rémi Jobard arbeiten regional typischerweise mit moderatem Holzeinsatz und malolaktischer Gärung, um die Balance zwischen Frucht, Cremigkeit und Terroirzeichnung zu betonen.
Die Zahlenangabe 6x oder 6er bezieht sich auf die Menge und steht für eine Standard-6er-Packung, also sechs 0,75‑Liter‑Flaschen pro Karton oder Holzkiste. In Burgund sind 6er- oder 12er‑Gebinde üblich; bei Sammlern und Händlern erleichtert die 6er‑Einheit Logistik, Lagerverwaltung und Bewertung von Originalverpackung wie Original-Holzkiste oder OWC.
Langfristig lagert man Burgunder bei konstanter Temperatur um 11–13 °C, rund 60–75 % Luftfeuchte und ohne Licht- und Vibrationsstress. Für den Genuss serviert man reifere Meursaults bei 10–12 °C; junge, konzentrierte Jahrgänge können leicht wärmer, um 12–13 °C, profitieren. Dekantieren ist bei Weißburgund selten Pflicht, kann aber 20–40 Minuten Luftkontakt bringen, um Aromen zu öffnen. Neutrales Burgunderglas betont Frucht und Mineralität am besten.
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