150 €
2011 und 2013 im Paket
Ein Rioja Reserva bei Rotwein erfordert gesetzlich mindestens drei Jahre Reifezeit, davon mindestens ein Jahr in Fasslager. Viele traditionelle Produzenten, darunter Betriebe in Haro, lassen ihre Reservas deutlich länger im Holz und in der Flasche reifen, um zusätzliche Komplexität und tertiäre Noten zu entwickeln.
Jahrgangscharaktere in Rioja variieren stark nach Subregion, Lage und Produzent. Allgemein reagieren Terroir und Kellerstil auf klimatische Unterschiede: kühlere Jahre betonen Säure und Frische, wärmere Jahre bringen reifere Frucht und Fülle. Bei einem traditionsbewussten Weingut wie López de Heredia mildert lange Fass- und Flaschenreifung solche Unterschiede häufig ab, sodass selbst unterschiedliche Jahrgänge organisch harmonieren und reifen.
Ullage ist ein zentraler Indikator für Wein- und Lagerzustand. Gängige Begriffe: HF (High Fill) ideal, IN (Into Neck) sehr gut, TS (Top Shoulder) bei Weinen über 15–20 Jahren noch akzeptabel. VHS (Very High Shoulder), MS (Mid Shoulder) und LS (Low Shoulder) deuten auf verstärkte Oxidation oder Undichtigkeit hin und erhöhen das Risiko für Qualitätseinbußen. Bei klassischen Rioja‑Reservas ist TS oft tolerierbar, tiefer liegende Füllstände erfordern besonders sorgfältige Prüfung.
Beste Lagerbedingungen sind konstant kühle Temperaturen (ca. 12–15 °C), konstante Luftfeuchte um 60–75 %, dunkle, vibrationsfreie Umgebung und liegende Flaschenlagerung. Reservas von López de Heredia sind für lange Reife ausgelegt und können, je nach Jahrgang, Jahrzehnte reifen; viele Flaschen entwickeln über 15–30 Jahre komplexe tertiäre Aromen. Regelmäßige Kontrolle von Füllstand (Ullage) und Kapselzustand gehört zur Werterhaltung.
Bodegas López de Heredia Viña Tondonia aus Haro in Rioja ist bekannt für eine sehr traditionelle Vinifikation: lange Fass- und Flaschenreifung, häufiger Einsatz von amerikanischer Eiche und eine zurückhaltende Extraktion, die auf Eleganz und Langlebigkeit setzt. Typische Rebsorten in den klassischen Reservas sind Tempranillo, ergänzt durch Garnacha, Graciano und Mazuelo. Das Ergebnis sind strukturierte, würzige Rotweine mit tertiären Aromen, die oft erst nach vielen Jahren ihr komplettes Spektrum zeigen.
Bei Reservas mittleren Alters empfiehlt sich ein vorsichtiges Dekantieren 1–3 Stunden vor dem Genuss, bei sehr alten Flaschen (10–20+ Jahre) eher kurz und behutsam, nur um Sedimente zurückzuhalten. Flaschen langsam öffnen, auf Sediment achten und zuerst eine kleine Probe verkosten; einige konservative Riojas profitieren von nur 20–60 Minuten Luftkontakt, andere legen über mehrere Stunden deutlich zu. Einsatz eines feinen Siebs oder Dekantierausgießers wird empfohlen.
Auf dem Sekundärmarkt zählen Produzentenruf, Jahrgang, Flaschenzustand, Füllstand, Kapsel und Nachweis der Lagerung. Originalverpackungen wie OWC/OC (Original Wooden Case / Original Case) oder OHK (Original‑Holzkiste) erhöhen Nachweisbarkeit und oft den Marktwert. Relevante Dokumente, Auktionshistorie und Bewertungen durch Weinjournalisten (z. B. Robert Parker, Vinous, James Suckling) helfen bei der Einordnung. Wichtiger als kurzfristige Rendite ist die Prüfung von Provenienz und physischem Zustand jeder Charge.
Klassische Begleiter sind Lammbraten, geschmortes Rindfleisch, Wildgerichte, gereifter Manchego und Pilzrisotto. Konzentration und Eichenwürze der Reservas harmonieren auch mit langsam gegarten Gerichten und kräftigen Saucen. Empfohlene Serviertemperatur liegt bei rund 16–18 °C; ein burgunderförmiges oder universelles Rotweinglas hebt die Aromen gut hervor.
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