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Suche alte tokaji-tokajer-tokayer:bis 1959.
Tokaji bezeichnet die berühmte Weinregion Tokaj (Tokaj-Hegyalja) in Nordostungarn, bekannt für edelsüße Weine aus von Botrytis befallenen Trauben. Typische Rebsorten sind Furmint und Hárslevelű. Zentrale Stilrichtungen sind Tokaji Aszú (traditionell mit Puttonyos-Einteilung, konzentrierte edelsüße Weine), Szamorodni (teilweise edelsüß bis trocken je nach Traubenqualitaet) und Eszencia (hochkonzentrierte Eigenmost-Extrakte, extrem selten). Historische Schreibweisen wie Tokajer oder Tokayer tauchen vor allem auf Etiketten aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert auf und sind Teil der Identität alter Flaschen.
Bekannte und historisch bedeutsame Erzeuger mit hoher Reputation sind unter anderem Royal Tokaji, Disznókő, Tokaj Oremus (Oremus gehört zur Traditionslinie der Region), sowie István Szepsy. Royal Tokaji ist für traditionelle Aszú-Stile bekannt, Disznókő für terroirbetonte Furmint-Aszú, Oremus verbindet historische Methoden mit moderner Technik, und Szepsy gilt als einer der führenden Produzenten für extrem hochwertige Einzellagen-Furmint. Bei alten Flaschen lohnt sich der Blick auf das Weingut als Qualitäts- und Herkunftsmerkmal.
Alte Tokaji-Etiketten zeigen oft historische Schriftarten, ungarische oder deutschsprachige Begriffe und manchmal die Schreibweisen Tokajer/Tokayer aus der K.u.K.-Zeit. Achten Sie auf Jahreszahlen, die Nennung von Lagen (z. B. Tokaj-Hegyalja), Produzentenstempel sowie Herstellungsvermerke wie ‚Aszú‘ oder ‚Szamorodni‘. Papierzustand, Drucktechnik (Letterpress vs. Offset), Glasform und Kapseltyp geben zusätzliche Altersindikatoren. Für eine sichere Datierung sind Rückgriff auf Kataloge, Weinführer oder Archive der Weingüter empfehlenswert.
Der Füllstand ist ein zentraler Zustandspunkt bei alten Flaschen: ein hoher Fill (HF, High Fill) oder Into Neck (IN) spricht für gute Konservierung. Top Shoulder (TS) kann bei >15–20 Jahre alten Weinen akzeptabel sein; Very High Shoulder (VHS), Mid Shoulder (MS) und Low Shoulder (LS) deuten auf stärkere Verdunstung und erhöhtes Oxidationsrisiko. Bei Tokaji-Aszú beeinflusst ein niedriger Füllstand vor allem Aroma-Intensität und Haltbarkeit. Immer Fotos der Ullage dokumentieren und bei Unsicherheit einen Fachgutachter hinzuziehen.
OHK steht für Original-Holzkiste, OWC für Original Wooden Case und OC für Original Case. Originalverpackungen erhöhen oft Wert und Provenienz-Sicherheit, da sie Schutz vor Temperaturschwankungen boten und Rückschlüsse auf Lagerhistorie erlauben. Eine OHK kann bei Sammlerobjekten Preisaufschläge bringen, ist aber kein Ersatz für eine sorgfältige Prüfung von Flaschenzustand, Etikett und Füllstand.
Alte Tokaji-Aszú vorsichtig behandeln: kühl, waagerecht transportieren, vor dem Öffnen mindestens 24–48 Stunden ruhen lassen. Beim Öffnen langsam vorgehen, um Korkbruch zu vermeiden; feines Sieb oder Karbonit zum Auffangen von Sedimenten bereithalten. Großzügiges Dekantieren ist selten sinnvoll bei stark gereiften, empfindlichen Süßweinen—besser klein dosierte Probeschlucke und langsam servieren. Serviertemperatur für gereifte Aszú/Eszencia liegt meist zwischen 8–12 °C. Fein ausgestellte Konversationsgläser oder kleine Burgundergläser bewahren Aromen am besten.
Wichtige Bewertungsfaktoren sind Produzent/Weingut (z. B. Royal Tokaji, Disznókő, Oremus, Szepsy), Jahrgang, Etikettenzustand, Füllstand (Ullage), Kork- und Kapselstatus, Original-Holzkiste (OHK) sowie dokumentierte Provenienz. Auktionen (z. B. renommierte Häuser wie Sotheby's, Bonhams, Christie’s) und spezialisierte Händler beeinflussen Marktpreise. Kritikerbewertungen (z. B. Robert Parker/Wine Advocate, Vinous, James Suckling, Jancis Robinson) können Sammlerinteresse steigern, sind aber bei sehr alten Jahrgängen oft sekundär gegenüber Erhaltungszustand und Echtheitsnachweisen.
Gängige Formate sind 0,375 l (Demi), 0,75 l (Standard), seltener 1,5 l Magnum; Eszencia oder besondere Schmiedeflaschen können kleinere, spezifische Formate haben. Bei Süßweinen waren halbe Flaschen historisch häufig, weil Süßweine länger offen haltbar sind und kleinere Portionen sinnvoller waren. Verschlüsse (Naturkork, gelegentlich Glas-Stopfen) und deren Erhalt sind entscheidend: poröse oder beschädigte Korken erhöhen Oxidationsrisiko. Format, Verschluss und Verschleiß beeinflussen Bewertung, Versandkosten und Lageranforderungen.
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