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Ullage ist ein zentraler Qualitätsindikator bei gealterten Flaschen. Klassifizierungen: HF (High Fill) – nahezu ideal, IN (Into Neck) – sehr gut, TS (Top Shoulder) – akzeptabel für 15–20 Jahre alte Weine, VHS (Very High Shoulder) – erste Oxidationsanzeichen möglich, MS/LS (Mid/Low Shoulder) – hohes Risiko für oxidierte oder reduzierte Weine. Altersabhängig sind TS-Ullagen bei älteren Flaschen tolerierbar, MS/LS sind in der Regel Warnsignale und sollten Preiserwartungen senken.
Authentizität prüfen Sie durch mehrere Merkmale: unveränderte Originalkapsel, Original-Etikett ohne Restaurationsspuren, intakte Korkenprägungen und im Idealfall eine Original-Holzkiste (OHK/OC/OWC). Fordern Sie Rechnungen, Lieferscheine oder Fotos aus dem Weingut an. Ein Abgleich mit Herstellerfotos und Rücksprache mit dem Weingut sind oft klärend. Bei älteren Flaschen ist zudem der Füllstand (Ullage) und der Zustand des Korkens entscheidend für die Bewertung.
Investitionswert hängt von mehreren Faktoren ab: Reputation und mediale Präsenz des Winzers, limitierte Produktion, positive Kritikerbewertungen (z. B. Wine Advocate, James Suckling, Vinous), erhaltene Originalverpackung und lückenlose Provenienz. Seltene Großformate und ausgezeichnete Jahrgänge erzielen in Auktionsmärkten oft stärkere Preisentwicklung. Bedenken: Marktliquidität bei kleinen Produzenten ist geringer als bei etablierten Bordeaux- oder Burgund-Größen, daher ist sorgfältige Recherche und professionelle Lagerung entscheidend.
Der Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) ist eine Qualitätsvereinigung. Wichtige Begriffe: VDP.GROSSES GEWÄCHS oder GG kennzeichnet trockene Spitzenweine aus besten Lagen; ‚Erste Lage‘ (1L) steht direkt unter dem GG. Traditionelle Prädikate wie Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese (BA) oder Trockenbeerenauslese (TBA) beschreiben Traubenreife und Stil. Diese Klassifikationen beeinflussen Preis, Reifepotenzial und passende Serviertemperaturen.
Lagerung: konstant 10–14 °C, 60–75 % Luftfeuchte, dunkel, vibrationsfrei und liegend. Bei empfindlichen Weißweinen und älteren Flaschen ist kühle, gleichmäßige Lagerung besonders wichtig. Vor dem Servieren: Temperatur anpassen (leichte Weißweine 8–12 °C, kräftige Weißweine 12–14 °C, Rotweine 14–18 °C). Ältere Rotweine vorsichtig dekantieren, um Depot zu trennen; junge, konzentrierte Weine können von mehr Sauerstoff profitieren. Verwenden Sie passendes Glas und geben Sie Weinen Zeit zur Öffnung.
OHK steht für Original-Holzkiste, OC für Original Case und OWC für Original Wooden Case. Diese Begriffe kennzeichnen die Originalverpackung eines Weins. Eine intakte Original-Holzkiste verbessert die Provenienz und kann den Marktwert erhöhen, weil sie Auskunft über ununterbrochene Lagerung gibt und häufig bei limitierten Abfüllungen erhalten bleibt. Für Sammler und Investoren ist die Originalverpackung ein wichtiges Authentizitätsmerkmal.
Der Jahrgang ist entscheidend für Trinkreife und Lagerfähigkeit. Klimaeinflüsse differenzieren warme Jahre (reifere Frucht, früher trinkbar) von kühleren Jahren (höhere Säure, längeres Reifepotenzial). Vergleichen Sie Jahrgangsberichte, Vintage-Charts und Kritikerbewertungen (z. B. Wine Advocate, James Suckling, Vinous). Prüfen Sie außerdem Flaschenzustand und Füllstand: selbst exzellente Jahrgänge können durch schlechte Lagerung geschädigt werden.
Bei Flaschen mit dem Namen eines einzelnen Winzers lohnt sich zuerst ein Blick aufs Etikett: dort stehen die Rebsorte(n). In Mitteleuropa sind besonders häufig Riesling, Spätburgunder (Pinot Noir), Weißburgunder und Grauburgunder zu finden. Falls nur der Winzername ohne Rebsorte genannt ist, geben Jahrgangsangaben, Lagenbezeichnungen und Prädikatsstufen (z. B. Kabinett, Spätlese) Hinweise auf Stil und Rebsorte. Zur Absicherung hilft die Website des jeweiligen Weinguts oder ein Abgleich mit führenden Weindatenbanken und Kritikerprofilen.