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Domaine Macle ist ein traditionsreiches Weingut in der Appellation Arbois im Jura. Typisch für die Region sind kalkhaltige und lössige Böden, kühleres Klima und eine ausgeprägte Mineralität im Wein. Bei weißen Sorten wie Savagnin entstehen oft oxidative, nussige Noten (bekannt aus dem Vin Jaune‑Stil), daneben gibt es frische, kräuterige Varianten. Rote Rebsorten wie Poulsard und Trousseau liefern leichte bis mittlere Extrakte mit roten Früchten und würzigen Aromen. Die Kombination aus Terroir, Rebsorte und schonender Vinifikation prägt die charakteristische Stilistik der Domaine.
Der Jahrgang 2020 war in vielen europäischen Regionen warm und reif; im Jura zeigte er oft eine frühere Reife bei erhaltenem Säuregerüst, je nach Höhenlage. Für weiße Savagnin‑basierte Weine kann 2020 zugänglichere Frucht und dennoch gute Lagerfähigkeit bedeuten, besonders wenn die Weine sorgfältig ausgebaut wurden. Rote Cuvées aus 2020 tendieren zu reiferen Tanninen und unmittelbarerem Trinkgenuss, haben aber bei guter Struktur auch Lagerpotenzial von mehreren Jahren. Generell hängt die Alterungsfähigkeit von Ausbau, Säure, Tannin und Holzeinsatz ab.
Eine Cuvée bezeichnet die Verschnittkomposition mehrerer Rebsorten, Lagen oder Chargen, die auf ein ausgewogenes Aromaprofil und Struktur zielt. Im Unterschied zu reinsortigen Weinen erlaubt eine Cuvée dem Winzer, Komplexität, Balance und Konsistenz zu optimieren. Bei einer Cuvée können etwa Poulsard, Trousseau und Pinot Noir kombiniert werden, um Frucht, Würze und Tannin zu harmonisieren. Das Etikett gibt oft Hinweise zur Herkunft und zum Stil, nicht aber zwingend die exakte Rezeptur.
Weine aus dem Jura, insbesondere Savagnin‑geprägte Flaschen, harmonieren hervorragend mit Comté, gereiftem Käse, gebratenem Geflügel mit kräuteriger Sauce und Gerichten mit leicht nussiger Note. Vinöse, oxidative Varianten passen zu Foie gras oder würzigen Eintöpfen. Leichtere rote Cuvées mit Poulsard oder Trousseau ergänzen helle Fleischgerichte, Pilze und herzhafte regionale Küche. Generell profitieren Jura‑Weine von salzigen, nussigen und umami‑betonten Aromen.
Füllstände sind ein zentraler Qualitätsindikator: HF (High Fill) und IN (Into Neck) deuten auf optimale Lagerung, TS (Top Shoulder) ist bei sehr alten Flaschen oft akzeptabel. VHS, MS oder LS (Very High Shoulder, Mid Shoulder, Low Shoulder) weisen auf zunehmende Verdunstung und Oxidationsrisiko hin. Provenienz und lückenlose Lagerhistorie sind genauso wichtig: temperierte Lagerung, Original‑Holzkiste (OHK/Original Holzkiste) und lückenlose Dokumentation minimieren Risiko. Vor einem Kauf sollten Käufer Fotos von Etikett, Kapsel und Füllstand verlangen sowie Angaben zur Lagerung prüfen.
Im Jura wird bei bestimmten weißen Stilistiken, insbesondere Savagnin, oft oxidative Reifung angewendet: lange Fasslagerung unter reduzierter mikrobieller Aktivität führt zu komplexen Nuss‑, Sherry‑ähnlichen und würzigen Noten (Vin Jaune als extremes Beispiel). Im Burgund dominiert meist reduktiver oder kontrolliert oxidative Ausbau bei Chardonnay, um Frische und Primäraromen zu erhalten. Bordeaux setzt häufig auf Extrakt und Tanninführung in Eichenholz. Die bewusste Oxidation im Jura ist damit ein stilistisches Mittel, das terroirtypische Ausdrucksformen unterstützt.
Der Sekundärmarkt für Jura‑Weine ist kleiner und spezialisiertes Sammlerinteresse bestimmt Preise stärker als bei etablierten Regionen wie Bordeaux oder Burgund. Spitzenweine von Domaine Macle, insbesondere ältere Vin Jaune oder rare Jahrgänge, können an Wert zulegen, bleiben aber meist weniger liquide als Château‑Bordeaux oder hoch bewertete deutsche Rieslinge von Weingut Klaus‑Peter Keller. Faktoren wie Kritikernoten (Robert Parker / Wine Advocate, James Suckling, Vinous), Seltenheit, Lagerung und Reputation beeinflussen die Preisentwicklung entscheidend. Für Portfolios eignen sich Jura‑Weine als Nischenposition mit kulturellem Mehrwert, weniger als kurzfristige Spekulation.
Sammler bevorzugen oft größere Formate wie Magnum (1,5 l) wegen besserer Alterung, daneben sind Standardflaschen (0,75 l) am gebräuchlichsten. OHK steht für Original‑Holzkiste (Original Holz Kiste) und OWC für Original Wooden Case; beides erhöht die Provenienz‑Sicherheit und oft den Sammlerwert. OC kann als Original Case verstanden werden. Bei sehr gefragten Weinen steigern Originalverpackung und intakte Dokumentation die Attraktivität auf dem Sekundärmarkt, ähnlich wie En Primeur‑Käufe (EP) bei großen Weingütern üblich.
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