60 €
Kühl und dunkel gelagert
Savagnin ist eine weiße Rebsorte, die vor allem im französischen Jura historisch verankert ist. Typische Ursprungsorte sind die Appellationen rund um Château‑Chalon und das südliche Burgund/Jura. Neben dem Jura wird Savagnin auch in Teilen Elsass und der Schweiz angebaut. Namhafte Referenzbetriebe, die für verschiedene Ausdrucksformen der Sorte stehen, sind etwa Domaine Tissot, Jean‑François Ganevat oder Jacques Puffeney, ohne dass damit eine Aussage zu einzelnen Flaschen getroffen wird.
Savagnin reicht stilistisch von frisch‑fruchtigen, reduktiven Weißweinen bis zu oxidativen, nussigen Ausprägungen wie dem Vin Jaune. Junge Jahrgänge zeigen oft kräftige Säure, Zitrus, grüner Apfel und Kräuterwürze; mit Reife entwickeln sich Aromen von Walnuss, Mandeln und getrockneten Kräutern. 2020er Jahrgänge verhalten sich je nach Ausbau (stahlig vs. Holz, oxidative Reifung) unterschiedlich, bleiben aber meist säurebetont und lagerfähig.
Optimal lagert Savagnin kühl und dunkel bei konstanter Temperatur von rund 10–14 °C, relative Luftfeuchte zwischen 60–75 % und ohne starke Temperaturschwankungen oder Vibrationen. Flaschen sollten liegend gelagert werden, Etikett und Kapsel trocken halten. Für oxidative Ausbauten (z. B. Vin Jaune) empfehlen sich stabile, kühle Bedingungen, um langsame Reifung zu gewährleisten.
Die Alterungspotenziale variieren: frische, reduktive Savagnins sind oft nach 5–15 Jahren auf dem Höhepunkt, oxidativ ausgebaute Gewächse (Vin Jaune) können mehrere Jahrzehnte reifen. Ein 2020er kann je nach Ausbau zwischen kurzem Genussfenster (ab Jahr 3–5) bis hin zu langem Ausbaupotenzial (10–30+ Jahre) liegen. Für Sammler sind Zustand der Flasche, Füllstand (Ullage), Etikett und Herkunft entscheidend für die optimale Trinkreihenfolge.
Ullage gibt Auskunft über Flaschenalter und Versandlagerung: HF (High Fill) und IN (Into Neck) gelten als ideal für junge bis mittelalte Flaschen; TS (Top Shoulder) ist bei sehr alten Flaschen akzeptabel. Bei einem 2020er erwartet man HF oder IN; niedrigere Füllstände (MS/LS) können auf unzureichende Lagerung oder Oxidation hinweisen und mindern Wert und Trinkqualität.
OHK (Original‑Holzkiste), OC (Original Case) oder OWC (Original Wooden Case) bezeichnen die original mitgelieferte Verpackung. Eine intakte OHK erhöht in der Regel den Sammlerwert, da sie Schutz bei Transport und Lagerung bot und Provenienz stärkt. Für die Lagerbedingungen selbst ist die Holzkiste vorteilhaft, weil sie zusätzlichen Schutz vor Licht und Temperaturschwankungen bietet; maßgeblich bleiben jedoch Temperatur, Luftfeuchte und Füllstand der Flasche.
Serviertemperatur für Savagnin liegt meist bei 10–12 °C; oxidative Gewächse dürfen etwas wärmer (12–14 °C) präsentiert werden. Leichte Belüftung oder kurzes Dekantieren bringt bei stark reduktiven Flaschen Aromatik hervor; bei Vin Jaune ist vorsichtiges Dekantieren sinnvoll, um Sedimente zu schonen. Klassische Paarungen sind gereifter Comté oder Beaufort, gebratene Pilze, Geflügel mit Sahnesauce, sowie kräftige Meeresfrüchte und asiatische Gerichte mit Gewürzkomplexen.
Auf dem Sekundärmarkt zählen Herkunftsbeleg (Provenienz), Lagerhistorie, Füllstand (Ullage), Zustand von Etikett und Kapsel sowie eventuell vorhandene Originalverpackung (OHK/OWC). Kritikerbewertungen (z. B. Vinous, Wine Advocate, James Suckling) und renommierte Erzeuger wie Domaine Tissot, Jean‑François Ganevat oder Domaine Labet können Preis und Nachfrage beeinflussen. Für Investitionsentscheidungen sind transparente Dokumentation, vertraute Auktionshäuser oder spezialisierte Händler sowie regelmäßige Zustandsprüfungen der Lagerbestände essenziell.
70 €
180 €
200 €
160 €
113 €
250 €
0 €
240 €