Wie unterscheiden sich Chardonnay aus Burgund, Kalifornien und Deutschland im Stil?
Chardonnay zeigt je nach Herkunft sehr unterschiedliche Gesichter: Burgundische Top-Weine (z. B. Domaine Leflaive, Domaine Ramonet) tendieren zu feiner Mineralität, klarer Säurestruktur und zurückhaltender bis präziser Holznote. Kalifornische Beispiele (z. B. Kistler) präsentieren sich oft reifer, mit ausgeprägter Fruchtigkeit, cremiger Textur und spürbarer Eichenwürze. Deutsche Spielarten, besonders aus wärmeren Lagen in Baden oder dem Kaiserstuhl (z. B. Weingut Salwey), kombinieren lebendige Säure mit fruchtbetonter Aromatik; Holz wird hier in der Regel zurückhaltender eingesetzt als in klassischen US‑Stilen. Bei der Bewertung sind Jahrgang, Ausbau (Stahltank vs. Barrique) und Traubenreife entscheidend.