Wie beeinflusst der Jahrgang 2015 die Reifepotentiale eines Spätburgunders?
Der Jahrgang 2015 gilt in vielen deutschen Regionen als warmes, reifes Jahr mit guter physiologischer Reife — das begünstigt konzentrierte Frucht, ausgereifte Tannine und eine solide Struktur. Bei hochwertigen Einzellagen-Spätburgundern kann das zu einer längeren Reifefähigkeit führen: viele Spitzenjahrgänge aus 2015 entwickeln in den ersten 5–15 Jahren komplexe tertiäre Aromen (unterholz, getrocknete Früchte, Waldboden) ohne früh zu ermüden. Entscheidend bleiben jedoch Winzerstil, Maischegärung, Barrique-Einsatz und Traubenqualität; Weine von Erzeugern wie Bernhard Huber, Dr. Heger oder Meyer-Näkel zeigen typischerweise hohes Alterungspotential, wohingegen junge, leichter ausgebaute Bottlinge früher getrunken werden sollten.