Wie entwickelt sich das Reifepotenzial rheingauer Rieslinge in Jahrgängen wie 1995, 2003, 2012, 2017 und 2019?
Rheingauer Rieslinge besitzen, je nach Lage, Stil und Vinifikation, ein hohes Reifepotenzial. Allgemein: ältere Jahrgänge wie 1995 können ausgeprägte tertiäre Noten (Petrol, Honig, getrocknete Zitrusfrüchte) zeigen, wohingegen 2003 aufgrund hoher Reife oft opulenter, mit höherem Alkohol-Spiel war. Jüngere, strukturierte Jahrgänge (z. B. 2012, 2017, 2019) kombinieren oft klare Säure mit intensiver Frucht und haben somit ebenfalls hohes Lagerpotenzial; sie entwickeln über Jahrzehnte Komplexität. Ausschlaggebend bleiben aber Produzent (z. B. Schloss Johannisberg, Schloss Vollrads, Weingut Weil), Ausbaustil (trocken bis edelsüß) und die konkrete Lage.